Auskunfteien Meldung

Ohrfeige für die Schufa und andere Auskunfteien: Ihre Daten sind voller Fehler, stellte ein Gutachten im Auftrag des Verbraucherschutzministeriums fest.

Falsch. Die Gutachter ließen 100 Test­personen eine Selbstauskunft bei vier Auskunfteien anfordern: Schufa, Creditreform, Arvato und Bürgel. Die Antworten waren ernüchternd: Allein bei der Schufa waren 45 Prozent der Eigenauskünfte fehlerhaft, unvollständig oder schlichtweg falsch.

Schlimm. Bei den anderen Auskunfteien war es eher noch schlimmer: Bei Creditreform gaben 58 Prozent der Auskünfte nur Daten zur Person wieder, etwa Alter und Adresse – Angaben, die die Tester selbst gemacht hatten. Sie hatten mit der Anfrage die Auskunftei erst gefüttert. In keinem Fall wurden Scoring-Werte mitgeteilt.

Unvollständig. Häufig fehlten Girokonten oder andere Bankverbindungen, Immobilienkredite und Handyverträge. Oder es wurden völlig falsche Handyverträge genannt, falsche Girokonten, nicht existente Kreditkarten. Oft wurden Verträge noch aufgeführt, obwohl der Kunde sie längst gekündigt hatte. Zum Teil waren Versandhausbestellungen gespeichert, die die Testperson nie in Auftrag gegeben hatte.

Erstaunlich. Obwohl ein Tester seit Jahren einen langfristigen Kredit ordentlich abzahlte, brachte das keine besseren Werte, sondern schlechtere. Bei einer anderen Testperson, bei der laut Schufa ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde, vermerkte Bürgel, es gebe keine Beanstandungen.

Unbrauchbar. Überhaupt nicht nachvollziehen konnten die Gutachter, wie der Scorewert zustande kam. Er schien ihnen „beliebig und willkürlich“. Der Sinn des Scorings bestehe offenbar vor allem darin, vom Kunden höhere Zinsen verlangen zu können. „Die Selbstauskünfte sind oft völlig unbrauchbar“, kommentierte Verbraucherministerin Ilse Aigner. Finanztest hatte schon 2003 festgestellt, dass zwei Drittel der Schufa-Daten unvollständig, veraltet oder falsch waren.

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