Ausgefallene Flüge So fordern Sie den Flugpreis zurück

21.07.2020
Ausgefallene Flüge - So fordern Sie den Flugpreis zurück
Der Flieger steht – und fliegt nicht wie geplant. In so einem Fall haben Kunden klare Rechte. © Getty Images / iStockphoto

Die Rechts­lage ist eindeutig: Fluggesell­schaften müssen Kunden den Preis für ausgefallene Flüge erstatten. Mit einem Gutschein muss sich in so einem Fall niemand zufrieden­geben. Zuständig ist die Fluggesell­schaft, die das Ticket ausgestellt hat, auch wenn Kunden den Flug über ein Portal wie Fluege.de gebucht haben.

Sie benötigen:

  • Internet­zugang und E-Mail-Konto
  • Eventuell auch: Papier, Umschlag und Porto

Schritt 1: Kontakt ermitteln

Ermitteln Sie E-Mail-Adresse oder Internetseite, über die Ihre Fluggesell­schaft Erstattungs­forderungen entgegen­nimmt.

Schritt 2: Flugpreis­erstattung einfordern

Schreiben Sie über die E-Mail-Adresse oder Internetseite an das Unternehmen: Ich fordere Erstattung des Flugpreises inner­halb von sieben Tagen. Nennen Sie Ihren Namen und gegebenfalls den von Mitreisenden, außerdem Flugdatum, Flug­nummer, Start­flughafen und -zeit, Ziel­flughafen, Buchungs­nummer, sowie Iban und Bic des Kontos, auf welches das Geld über­wiesen werden soll. Bitten Sie um eine Eingangs­bestätigung. Kündigen Sie eine Beschwerde bei der Schlichtungs­stelle für den öffent­lichen Personen­verkehr (Söp) an, wenn das Geld nicht pünkt­lich kommt (zum Special Schlichtungsstellen).

Schritt 3: Wenn nötig nach­fassen

Bewahren Sie die Eingangs­bestätigung auf. Wieder­holen Sie die Forderung per Einschreiben mit Rück­schein, wenn Sie nach einer Woche keine Bestätigung haben.

Schritt 4: Beschwerdewege nutzen

Beschweren Sie sich beim Schlichter, wenn die Erstattung ausbleibt. Die meisten Fluggesell­schaften, darunter Luft­hansa und Töchter, Easyjet und Ryanair sind Mitglieder der Schlichtungs­stelle Söp (soep-online.de). Für andere Anbieter ist das Bundes­amt für Justiz (bundesjustizamt.de) zuständig. Bei beiden stehen gut bedien­bare Onlineformulare bereit.

Schritt 5: Anwalt beauftragen

Führt auch die Schlichtung nicht zum Erfolg, bleibt noch, einen Rechts­anwalt zu beauftragen oder nach einem Flug­gast­rechte-Portal zu schauen, das Ihre Forderung durch­setzt. Wie diese funk­tionieren, erklären wir in unserem Test Fluggastrechte. Dort geht von der Erstattung eine Provision ab. Bei Rechts­anwälten erhalten Sie den ganzen Ticket­preis zurück, müssen aber oft einen Vorschuss aufs Honorar zahlen, wenn Sie keine Rechtsschutzversicherung haben. Das Geld muss Ihnen die Fluggesell­schaft am Ende erstatten.

Tipp: Viele weitere Informationen und Hilfen rund ums Reisen insbesondere in Corona­zeiten bietet das große FAQ Corona und Reisen.

21.07.2020
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