Wer chronisch erkrankt und deshalb bei den Zuzahlungen von der halbierten Belastungsgrenze – 1 statt 2 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt – profitieren will, muss künftig nachweisen, dass er sich vor der Erkrankung über die relevanten Vorsorgeuntersuchungen hat beraten lassen. Das besagt die neue Chroniker-Richtlinie, die zum 1. Januar wirksam geworden ist. Die Regelung gilt für Versicherte, die ab dem 1. Januar 2008 erstmals Vorsorgeuntersuchungen nach Paragraf 25 Sozialgesetzbuch V in Anspruch nehmen können. Das sind Frauen, die nach dem 1. April 1987 und Männer, die nach dem 1. April 1962 geboren wurden. Früherkennungsuntersuchungen beginnen in der gesetzlichen Kran­kenversi­cherung bei Frauen ab dem 20. Lebensjahr (Gebärmutterhalskrebs, Krebserkrankungen der Genitalien), bei Männern ab 45 Jahren (Prostata, äußere Genitalien). Die Regelung ist zunächst auf Vor­sor­geuntersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs, Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs beschränkt. Beschlüsse zu weiteren Krebsfrüherkennungstests und zum „Gesundheits-Check-Up“ stehen noch aus.

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