Ausbildungssuche Meldung

Die Kopien von Bewerbungsschreiben, Ablehnungen, Zwischen­nachrichten zählen als Nachweis für die Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Junge Erwachsene müssen ihre Suche nach einem Ausbildungsplatz belegen. Sonst entstehen Lücken beim Kindergeld.

Eine Mutter hatte Pech. Sie muss insgesamt 1 694 Euro Kindergeld zurückzahlen. Das hat der Bundesfinanzhof bestätigt. Ihr Sohn hatte seine Suche nach einem Ausbildungsplatz über Monate schleifen lassen.

Die Agentur für Arbeit hatte den jungen Mann aus der Liste der Ausbildungsvermittlung gestrichen, weil er sich dort nicht alle drei Monate meldete. Auf Nachfragen der Familienkasse reagierte auch die Mutter lange Zeit nicht. Später legte sie zwei Absagen vor. Doch für elf Monate konnte sie das Bemühen ihres Sohnes um einen Ausbildungsplatz nicht belegen. Deshalb verlor sie den Anspruch auf Kindergeld, entschieden die obersten Finanzrichter (Az. III R 66/05).

Eltern müssen aufpassen, dass keine großen Lücken entstehen. Die Familien­kasse kann verlangen, dass sich der Jugendliche spätestens nach drei Monaten parallel für eine andere Ausbildung bewirbt, wenn seine Bewerbung bis dahin nicht erfolgreich war.

Eine Ausnahme von der Dreimonatsfrist gilt, falls sich das Kind nur zu festgelegten Terminen bewerben kann wie zum Beispiel beim Studium.

Entscheidend ist immer, dass sich das Kind ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bemüht. Dabei spielt auch eine Rolle, ob der Ausbildungswunsch realistisch ist. Erfüllt das Kind offensichtlich nicht die Anforderung, darf die Kasse das Kindergeld streichen.

Tipp: Bewahren Sie die Nachweise gut auf. Als Beleg gelten auch Onlinebewerbungen, Suchanzeigen oder Absagen per E-Mail. Selbst telefonische Anfragen können ausreichen, wenn detailliert dokumentiert ist, mit welcher Firma oder Behörde zu welchem Zeitpunkt telefoniert wurde.

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