Ausbildungskosten für erwachsene Kinder Meldung

Ob Eltern mit erwachsenen Kindern in der Ausbildung höhere Freibeträge zustehen, muss der Bundesfinanzhof prüfen.

Möglicherweise zahlen Eltern mit Kindern in der Ausbildung zu viel Steuern. Eltern haben geklagt, dass sie für ihr erwachsenes Kind, das auswärts studiert und dort wohnt, im Monat nur 77 Euro (924 Euro im Jahr) Ausbildungsfreibetrag abziehen dürfen.

Das ist viel weniger als bis Anfang 2002, weil seitdem der Freibetrag gekürzt wurde. Zwar gibt es außerdem für jedes Kind 2 160 Euro Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung (im Monat 180 Euro). Aber der bringt den meisten nichts. Die Kinderfreibeträge wirken sich erst ab höherem Einkommen aus ­– zum Beispiel für Eltern mit zwei Kindern erst ab rund 68 500 Euro Jahreseinkommen.

Das sächsische Finanzgericht hält das für rechtens (Az. 4 K 17/05). Nun muss der Bundesfinanzhof prüfen, ob es verfassungsgemäß ist, dass sich die Ausbildungskosten nur gering oder gar nicht auswirken (Az. III R 104/7).

Tipp: Eltern mit Kindern in der Ausbildung sollten gegen ihren Steuerbescheid Einspruch einlegen und ­um Ruhen des Verfahrens bis zur ­Entscheidung bitten. Zwar muss das Finanzamt bei Eltern, die den Ausbildungsfreibetrag bekommen, den Steuerbescheid von sich aus für vorläufig erklären. Aber das betrifft nur Eltern mit Kindern, die auswärtig untergebracht sind, nicht aber die anderen Fälle (BMF-Schreiben, IV A 3 - S 0338/07/10010).

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