Ausbildungs­kosten absetzen Meldung

Wollen Auszubildende für das erste Studium oder die erste Berufs­ausbildung Werbungs­kosten absetzen, müssen sie mit Gegen­wind vom Finanz­amt rechnen. Das gilt zumindest dann, wenn sie kein Arbeits­verhältnis haben. Immerhin: Gegen ablehnende Steuer­bescheide müssen Betroffene jetzt keinen Einspruch mehr einlegen, um sich mögliche Vorteile zu sichern. Bis zu einer Entscheidung des Bundes­verfassungs­gerichts bleibt ihr Fall auto­matisch offen.

Jetzt gibt es auto­matisch einen vorläufigen Bescheid

Wenn Auszubildende für das erste Studium oder die erste Ausbildung Werbungs­kosten absetzen wollen, spielt das Finanz­amt nur mit, wenn sie eine Lehre oder ein duales Studium mit Arbeits­vertrag absol­vieren. Ohne Arbeits­verhältnis war es dagegen bislang klug, gegen ablehnende Steuer­bescheide Einspruch einzulegen. Das ist nun nicht mehr nötig: Bis zu einer Entscheidung des Bundes­verfassungs­gerichts werden Steuer­bescheide in diesem Punkt jetzt auto­matisch vorläufig erteilt. So ist die Steuerersparnis doch noch möglich, wenn die Richter später grünes Licht geben sollten.

Tipp: Ausführ­liche Informationen bietet das Special Ausbildungskosten: Warum Studenten und Azubis eine Steuererklärung machen sollten.

Das müssen Azubis und Studenten wissen

Zurzeit sind Ausgaben für die erste Berufs­ausbildung oder das erste Studium ohne Arbeits­verhältnis bis zur Höhe von 6 000 Euro im Jahr Sonder­ausgaben. Wer im selben Jahr kein Einkommen versteuern muss, spart keine Steuern. Auszubildende geben Studien­gebühren und andere Ausbildungs­kosten in diesem Fall trotzdem auf der Anlage N zur Steuererklärung als Werbungs­kosten an. Haben sie keine Einkünfte, beantragen sie im Mantelbogen außerdem die Fest­stellung eines Verlustes. Damit können sie später als Berufs­tätige Steuern sparen.

Tipp: Lehnt das Finanz­amt die Verlust­fest­stellung ab, prüfen Sie, ob diese Entscheidung vorläufig ist. Ist das nicht der Fall, legen Sie inner­halb eines Monats Einspruch ein und verweisen auf das Schreiben des Bundes­finanz­ministeriums zur vorläufigen Steuer­fest­setzung. Es hat das Aktenzeichen Gz. IV A 3 – S 0338/07/10010–04.

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