Zum ersten Mal hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass auch Ausgaben für die erste Berufsausbildung im Leben Werbungskosten sein können. Die Richter urteilten, dass ein ehemaliger Student die Ausgaben für seine Schulung zum Piloten voll absetzen kann. Für das Gericht war klar, dass er die Schulung bei einer Fluggesellschaft nur gemacht habe, weil er dort später Geld verdienen wolle (Az. VI R 33/01).

Der Kläger hatte bei der Fluggesellschaft, bei der er gute Aussichten auf einen Arbeitsplatz hatte, nach einem abgebrochenen Maschinenbau-Studium einen Schulungsvertrag unterschrieben. Die Ausgaben für die Ausbildung von 16 267 Mark gab er in der Steuererklärung als vorab entstandene Werbungskosten an, weil er damals keine Einnahmen hatte. Das Finanzamt sollte sie als Verlust mit dem Verdienst in späteren Jahren verrechnen. Es stufte die Kosten jedoch nur als Sonderausgaben ein. Das hat der BFH anders entschieden.

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