Die Finanzämter müssen Ausgaben für Umschulungen und Studiengänge unbegrenzt als Werbungskosten abziehen. Denn jetzt hat das Bundesfinanzministerium in Berlin zwei Grundsatzurteile des Bundesfinanzhofs (BFH) zum Abzug von Ausbildungskosten im Bundessteuerblatt (BStBl) veröffentlicht (BStBl 2003 Teil II, S. 403 und 407). Nun sind sie für alle Finanzämter verbindlich.

Der BFH hatte den Abzug als Werbungskosten erstmals bei einer Industriekauffrau und einer Rechtsanwalts- und Notargehilfin anerkannt. Die Industriekauffrau hatte eine Umschulung zur Fahrlehrerin gemacht (Az. VI R 120/01). Die Rechtsanwalts- und Notargehilfin hatte neben der Arbeit als Personalreferentin bei einer Bank ein Studium der Betriebswirtschaft abgeschlossen (Az. VI R 137/01).

Inzwischen haben auch viele andere Kläger beim BFH Erfolg gehabt. Andere Musterprozesse sind noch offen. Auf Wunsch verschickt Finanztest eine Liste der offenen Klagen und der Urteile, von denen Betroffene mit einem Einspruch gegen den Steuerbescheid profitieren können. Senden Sie einen Din-A4-Rückumschlag (mit 1,53 Euro Porto) an:

Stiftung Warentest
Finanztest-Redaktion
Stichwort „Steuertipps / Ausbildungskosten“
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Solange die Finanzämter nicht wissen, wie sie Parallelfälle entscheiden sollen, bleibt der Bescheid durch den Einspruch offen. Da bisher keine Klage beim BFH negativ ausgegangen ist, können viele auf höhere Steuerersparnisse hoffen.

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