Ausbildungsfreibetrag Meldung

Der 19-jährige Adrian Köber will auswärts Orchestermusik studieren. Seine Eltern hoffen, dass sie bald einen höheren Freibetrag für ihn bekommen.

Die Verfassungsrichter müssen klären, ob der Steuerfreibetrag für Kinder, die auswärts in Ausbildung sind, ausreicht.

Fall

Ein Ehepaar hat in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde eingelegt (Az. 2 BvR 451/11). Die Kläger finden, dass der Ausbildungsfreibetrag von 924 Euro im Jahr für volljährige Kinder, die auswärts eine Lehre, ein Studium oder eine andere Ausbildung machen, zu niedrig ist. Der Freibetrag gleiche nicht die Extrakosten aus, die sie durch das Auswärtsstudium ihrer erwachsenen Tochter haben.

Vorgeschichte

Beim Bundesfinanzhof (BFH) in München sind die Kläger mit ihrem Argument gescheitert. Sie bekämen ja – so wie andere – auch noch die Kinderfreibeträge von 7 008 Euro im Jahr 2010, erklärten die BFH-Richter. Die Eltern der Studentin lehnen es ab, dass die Freibeträge zusammengerechnet werden.

Folgen

Bis zur juristischen Klärung werden die Finanzämter die Steuerersparnis für Kinder ab 18 Jahren, die auswärts eine Ausbildung machen, im Steuerbescheid vorläufig festsetzen. So sparen Eltern später mehr Steuern, wenn die Verfassungsrichter entscheiden, dass der Gesetzgeber den Freibetrag rückwirkend anheben muss.

Kontrolle

Fehlt der Vorläufigkeitsvermerk im Steuerbescheid, sollten Eltern ihn mit einem Einspruch gegen den Bescheid innerhalb eines Monats durchsetzen.

Tipp: In welche Musterprozesse Sie sich noch einklinken können, lesen Sie im Artikel „Kostenlos mitgewinnen“ in Finanztest 05/2011. Sie finden dort auch Musterbriefe für Ihren Einspruch.

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