Eltern haben beim Bundesfinanzhof eine günstige Korrektur bei der Berechnung des Ausbildungsfreibetrags erreicht. Das Finanzamt muss den Arbeitnehmerpauschbetrag zeitanteilig vom Arbeitslohn der Kinder abziehen, wenn diese das ganze Jahr verdient haben, aber nicht alle Monate in Ausbildung waren.

Haben Kinder in Ausbildung Lohn erzielt, prüft das Finanzamt, ob ihre Einkünfte in dieser Zeit zu hoch waren und Eltern deshalb Abstriche beim Ausbildungsfreibetrag hinnehmen müssen. Vorher geht der Arbeitnehmerpauschbetrag vom Lohn der Kinder ab.

In dem Verfahren hatte die Tochter im Jahr brutto 14.711 Mark verdient ­ davon 3.220 Mark in der Ausbildungszeit von Januar bis Juni. Der BFH verteilte die 2.000 Mark Arbeitnehmerpauschbetrag monatsweise über das Jahr und zog vom während der Ausbildung erzielten Lohn 1.000 Mark (= sechs Zwölftel) ab. So sanken die für den Ausbildungsfreibetrag kritischen Einkünfte auf 2.220 Mark (3.220 Mark ­ 1.000 Mark).

Wäre die Tochter das ganze Jahr in Ausbildung gewesen, hätte sie 3.600 Mark haben dürfen. Da die Ausbildung nach sechs Monaten zu Ende ging, waren es jedoch nur 1.800 Mark (= sechs Zwölftel). Die 420 Mark (2.220 Mark ­ 1.800 Mark) zu viel zogen die Richter vom Ausbildungsfreibetrag der Eltern ab.

Der betrug für das halbe Ausbildungsjahr 1.200 Mark (= sechs Zwölftel). Deshalb erhielten die Eltern nur 780 Mark. Das Finanzamt wollte ihnen lediglich 218 Mark zugestehen. Es hatte den Arbeitnehmerpauschbetrag nach der Höhe des während der Ausbildung und des später verdienten Arbeitslohns aufgeteilt (BFH, Az. III R 79/97).

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