Steuerliche Anerkennung: Mit diesen Urteilen können Sie argumentieren

Lehnt das Finanzamt es ab, eine Bildungsmaßnahme steuerlich anzuerkennen, können Sie unter Hinweis auf bereits anhängige Verfahren und das jeweilige Aktenzeichen Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen. Entscheidet der Bundesfinanzhof (BFH) später positiv, wird der Steuerbescheid zu Ihren Gunsten geändert.

Sprachkurse: Französischkurs eines Maschinenbautechnikers, der im deutschen Zweigwerk eines französischen Konzerns zum Abteilungsleiter aufsteigen will (Finanzgericht Köln, Az. 11 K 981/94, und BFH, Az. VI R 46/01).

Berufsspezifischer Englischkurs im Ausland, wenn ein vergleichbarer Kurs auch in Deutschland absetzbar wäre (Finanzgericht Brandenburg, Az. 6 K 2164/00).

Erststudium: Berufsbegleitendes Fachhochschulstudium eines Steuerfachgehilfen zum Diplom-Betriebswirt, weil er nur unter dieser Voraussetzung weiter in seiner Firma beschäftigt bleibt (Finanzgricht Düsseldorf, Az. 7 K 4996/96, und Bundesfinanzhof, Az. VI R 165/00).

Berufsbegleitendes FH-Studium eines EDV-Kaufmanns zum Diplom-Wirtschaftsinformatiker als Höherqualifikation ohne Berufswechsel (FG Düsseldorf, Az. 7 K 6082/ 99, und BFH, Az. VI R 87/01).

Berufsbegleitendes Medizinstudium einer Krankengymnastin, verbunden mit einem Berufswechsel (FG Köln, Az. 4 K 173/01, und Bundesfinanzhof, Az. VI R 96/01).

Berufsbegleitender Studiengang an einer Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie ohne akademischen Abschluss, um die Aufstiegschancen zu verbessern (Hessisches Finanzgericht, Az. 12 K 182397).

Zweitstudium: Aufbaustudium im Ausland (Master of Law) im Anschluss an das erste juristische Staatsexamen (Finanzgericht Rheinland-Pfalz, Az. 5 K 2321/94, und BFH, Az. VI R 4/02).

Betriebswirtschaft als Zweitstudium eines Diplom-Bauingenieurs mit dem Ziel, Projektleiter zu werden oder eine eigene Baufirma zu gründen (BFH, Az. IV R 4/97).

Umschulung: Eine Bilanzbuchhalterin schult zur Heilpraktikerin um, weil sie im zuvor erlernten Beruf keine freie Stelle findet, und gründet anschließend eine eigene Praxis (Finanzgericht Düsseldorf, Az. 10 K 3721/98, und BFH, Az. IV R 44/01).

Industriekauffrau schult nach einer Berufspause zur Fahrlehrerin um und ist anschließend als angestellte Fahrlehrerin beschäftigt (Finanzgericht Rheinland-Pfalz, Az. 2 K 1607/99, und BFH, Az. VI R 120/01).

Eine Drogistin macht eine Umschulung zur Kosmetikerin, um ein eigenes Kosmetikstudio gründen zu können (Finanzgericht Düsseldorf, Az. 10 K 3845/96).

Arbeitslosigkeit: Lehrgang eines arbeitslosen Diplom-Geographen zum Abfallwirtschaftsberater (BFH, Az. VI R 5/95).

Trainings- und Einarbeitungskurs eines arbeitslosen Diplom-Betriebswirts zum Immobilien- und Finanzmakler (Finanzgericht Düsseldorf, Az. 13 K 5375/97, und Bundesfinanzhof, Az. VI R 20/01).

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