Gesund und wohnlich?

Stören Energiesparlampen den Schlaf?

Nein. Die Messungen der Stiftung Warentest haben gezeigt, dass der Blauanteil des Lichts der meistverkauften warmweißen Energiesparlampen oft sogar geringer ist als bei Glühbirnen. Dabei haben die Tester den Spektralbereich betrachtet, den Mediziner wegen der Melatonin-Produktion als wichtig ansehen. Anders als von manchen Kritikern behauptet, eignen sich warmweiße Energiesparlampen besser für das Schlafzimmer als viele andere Lampenarten.

Wie beeinflusst das Licht unseren Biorhythmus?

Neben den Stäbchen und Zapfen, die für die Hell-Dunkel- und Farbwahrnehmung verantwortlich sind, befindet sich in unserem Auge noch ein weiterer Lichtsinneszellentyp. Dieser dient nicht dem Sehen, sondern steuert die Produktion des Schlafhormons Melatonin im Körper. Fällt hauptsächlich Licht des blauen Wellenlängenbereichs auf diese Zellen, wird die Ausschüttung von Melatonin gehemmt. Die Folge: Mensch fühlt sich relativ wach. Dieser Effekt hat sich im Laufe der Evolution bewährt, da er tagsüber Konzentration und Leistungsfähigkeit fördert und abends beim Einschlafen hilft (circadianer Rhythmus). Das Problem: Intensives Kunstlicht mit hohem Blauanteil kann abends diesen natürlichen Rhythmus stören.

Kann Licht auch Leistung und Gesundheit fördern?

Ja. Lampen mit tageslichtähnlichem Spektrum – und auch höherem Blauanteil – sowie guter Farbwiedergabe eignen sich für die Beleuchtung von Arbeitsplätzen. Diese Lampen erkennt man daran, dass die Farbtemperatur recht hoch liegt, zum Beispiel bei 6 500 Kelvin. Sinnvoll sind solche Lampen auch für ältere Menschen, da die Linse im Auge im Laufe der Zeit vergilbt und immer weniger Blaulicht passieren lässt. Hier können Tageslichtlampen einen Ausgleich schaffen und den natürlichen Rhythmus unterstützen. Spezielle Leuchtstofflampen können sogar bei Winterdepression helfen.

Flimmern Energiesparlampen?

Heutzutage arbeiten Energiesparlampen mit eingebautem elektronischem Vorschaltgerät bei Frequenzen von 30 000 bis 50 000 Hertz. Die Nervenzellen des Gehirns werden bei bestimmten Flimmerfrequenzen zwar gereizt, aber der Grenzbereich, bis zu dem man das Flimmern wahrnehmen kann, liegt meist deutlich unter 100 Hertz. Allenfalls zum Ende der Lebensdauer flimmern manche Lampen.

Schadet das elektromagnetische Feld?

Das in Energiesparlampen eingebaute Vorschaltgerät erzeugt ein elektromagnetisches Feld. Aber schon in einem Abstand von 30 Zentimetern liegen elektrische Feldstärke und magnetische Flussdichte unterhalb der Grenzwertempfehlung für Haushaltsgeräte der Strahlenschutzkommission. Ähnliches gilt auch für die Trafos von Halogenlampen. Die Richtwerte der DIN EN 55015 werden von diesen und den Energiesparlampen im Test eingehalten. Wer im Hinblick auf Elektrosmog vorsichtig sein möchte, sollte einen Abstand von einem halben Meter einhalten. Aber nicht verunsichern lassen: Seit vielen Jahren sind zig Millionen Lampen in Wohnhäusern und Bürogebäuden in Betrieb. Oft leuchten sie auf Schreibtischen direkt in Körpernähe. Dennoch gibt es bisher keinen wissenschaftlichen Nachweis für gesundheitliche Schäden durch elektromagnetische Strahlung der Lampen.

Ist Licht von Energiesparlampen kalt und unnatürlich?

Nein. Das ist ein Vorurteil aus der Anfangszeit der Entwicklung. Heute ist das Angebot vielfältig. Die Firmen bieten Energiespar- und Leuchtstofflampen mit unterschiedlicher spektraler Strahlungsverteilung an. Dazu gehören auch „Daylight“-Lampen, die die Lichtfarbe von Tageslicht imitieren. Am häufigsten verkaufen sich warmweiße Lampen, deren Licht als relativ gemütlich empfunden wird. Tatsächlich zeigen die Messungen der Stiftung Warentest, dass die warmweißen Sparlampen sogar weniger blaues Licht erzeugen als Glühlampen. Für farblich anspruchsvollere Zwecke gibt es „De luxe“-Leuchtstofflampen. Die sind allerdings etwas teurer.

Woran erkenne ich Lampen mit warmem Licht?

An Bezeichnungen wie „warm white“ und „ww“ oder an den Nummern 827 und 927. Die erste Ziffer informiert über die Farbwiedergabe. 8 steht für den Farbwiedergabeindex 80 und reicht für normale Wohnzwecke aus. Besser ist 9 (De luxe) – vor allem dort, wo an Arbeitsplätzen Farbnuancen unterschieden werden müssen. Die beiden folgenden Ziffern geben die Farbtemperatur an: 27 steht für 2 700 Kelvin. Das ist eine typische Glühlampentemperatur, die gemütlicher, warmweißer Lichtfarbe entspricht. Je höher diese Zahl ist, desto weniger Rot- und mehr Blauanteil ist im Licht. Tageslichtlampen dagegen erzeugen kaltweißes Licht mit 6 000 oder 6 500 Kelvin. Zu erkennen an den Nummern 860, 865, 960 und 965 auf der Verpackung.

Lesen Sie weiter: Lexikon: Kelvin, Lumen & Co.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1108 Nutzer finden das hilfreich.