Aus für Versandhändler Quelle Meldung

Die Rettung des Versandhändlers Quelle ist gescheitert. Damit steht das Traditions­unternehmen vor der endgültigen Schließung. test.de erklärt, was das für Kunden bedeutet.

Jetzt noch einkaufen?

Das sollten Sie sich gut überlegen. Sie können noch bestellen, wenn Sie für Ihr Geld sofort auch Ware erhalten. Bestellungen auf Anzahlung sollten Sie aber auf jeden Fall vermeiden. Nach Angaben von Thomas Schulz, Sprecher des Insolvenzverwalters, werde die Ware auch ausgeliefert, solange sie im Lager verfügbar sei. Schwierig werde es dagegen mit Nachbestellungen.
Tipp: Bestellen Sie auf keinen Fall jetzt noch Ware bei Quelle per Vorkasse, sondern höchstens per Rechnung. Bezahlen Sie nur, wenn Sie die Ware auch erhalten haben.

Einkaufsgutscheine und Vorkasse

Solange die Geschäfte weitergeführt werden, können Sie noch Gutscheine einlösen. Sie sollten dies jetzt aber möglichst schnell tun - am besten in Quelle-Shops. Denn ist der Versandhändler abgewickelt, werden Sie mit Ihren nicht eingelösten Gutscheinen zum Gläubiger von Quelle. Als Kleingläubiger gehen Sie im Falle einer Firmenpleite aber meist leer aus. Das Gleiche gilt auch, wenn Sie bei Quelle per Vorkasse bezahlt haben: Erhalten Sie keine Ware mehr, werden Sie zum Gläubiger.

Bezahlung per Rechnung

Die meisten Quelle-Kunden zahlen per Rechnung. Trotz Pleite müssen Sie den Betrag für erhaltene Waren natürlich zahlen. Das gilt auch für vereinbarte Ratenzahlungen.

Gewährleistung und Garantie

Wird Quelle abgewickelt, laufen Ihre Gewährleistungsrechte, die sich stets gegen den Verkäufer richten, ins Leere. Das ist dann nicht so schlimm, wenn Sie für das Gerät eine Garantie des Herstellers haben. Können Sie Quelle etwa wegen eines Mangels nicht mehr in Anspruch nehmen, haben Sie immerhin noch den Hersteller als Ansprechpartner für Reklamationen. Sie sollten prüfen, ob es für Ihre bei Quelle gekauften Geräte eine solche Herstellergarantie gibt, auf welche Geräteteile sie sich erstreckt und wie lange sie dauert. Gilt die Garantie nur für eine Quelle-Handelsmarke (z.B. Privileg) und nicht gegenüber dem Hersteller, laufen Ihre Ansprüche allerdings ins Leere, wenn die Marke endgültig untergeht.
Tipp: Wollen Sie jetzt noch einen Mangel reparieren lassen und fordert Quelle Sie auf, die Ware einzuschicken, sollten Sie anstelle der Reparatur auf einen Umtausch der alten gegen neue, mangelfreie Ware drängen. Denn wird der Geschäftsbetrieb während der Reparaturzeit eingestellt, könnte es schwierig werden, Ihre Waren aus der Insolvenzmasse wieder zurück zu erhalten. Verweigert Quelle ein Neugerät und besteht darauf, die mangelhafte Ware zu reparieren, nehmen sie besser die Garantie des Herstellers in Anspruch und schicken das Gerät dorthin zur Reparatur. Fragen Sie den Hersteller aber zuvor, wer die Versandkosten zahlen soll.

Umtausch

Sie können die bei Quelle gekaufte Ware nur so lange umtauschen, wie das Unternehmen noch existiert.

Anzahlung für bereits bestellte Waren

Sollte Ihr Gerät demnächst eintreffen, ist alles gut. Kommt es nicht pünktlich wie vereinbart und treten Sie deswegen vom Vertrag zurück, muss Ihnen unter normalen Umständen jeder Händler auch die Anzahlung zurückzahlen. Wenn inzwischen aber der Geschäftsbetrieb von Quelle eingestellt worden ist, bekommen Sie kein Geld zurück, sondern müssen Ihren Anspruch beim Insolvenzverwalter anmelden. Nur wenn bei der Auflösung noch genügend Geld da ist, sehen Sie Ihre Anzahlung wieder. Das ist aber unwahrscheinlich.

Von der Bestellung zurücktreten

Wenn Sie bei Quelle erst vor kurzem etwas telefonisch oder online bestellt haben, können Sie Ihr Widerrufsrecht nutzen: Sie können den Vertrag dann innerhalb von 14 Tagen ab Erhalt der Ware ohne Angabe von Gründen widerrufen. Sie müssen die Ware dann selbstverständlich zurückschicken - bezahlen müssen Sie aber nicht.

Bank und Versicherung

Für Kunden der KarstadtQuelle-Versicherungen und der KarstadtQuelle-Bank hat die Insolvenz keine Auswirkungen. Diese beiden Unternehmen tragen zwar noch den Namen KarstadtQuelle, haben aber mit Arcandor und der aktuellen Quelle-Pleite nichts mehr zu tun.

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