Interview: Was über­lebt und taugt, kommt unter den Hammer

Von der Stiftung Warentest getestete Produkte werden öffent­lich versteigert. Jeder kann mitbieten. Stiftungs-Mitarbeiter Bernhard Stock organisiert die Auktion.

Herr Stock, was gibt es auf den Auktionen der Stiftung Warentest?

Normaler­weise versteigern wir alle Dinge, die mehr als 30 Euro im Einkauf gekostet haben und nach den Tests noch gut genug sind, um im Alltag ihren Dienst zu tun.

Normaler­weise? Gibt es auch Produkte, die nicht versteigert werden?

Alles, was im Test ein Mangelhaft bezüglich der Sicherheit bekommen hat, wird verschrottet. Und natürlich kommen alle Artikel weg, die nach den Tests nicht mehr funk­tionieren. Bei vielen Geräten, die versteigert werden, sind Abnut­zungs­spuren zu sehen, zum Beispiel bei den Wasch­maschinen oder den Staubsaugern. Staubsauger lassen wir in der Regel 600 Stunden laufen, um etwas über die Qualität nach zehn Jahren sagen zu können – Wasch­maschinen haben gut 1 600 Wasch­durch­gänge hinter sich.

Kann ich in Erfahrung bringen, wie die Geräte getestet wurden?

Wir geben jeden Mangel und auch die Lauf­zeit der Geräte in der Auktions­liste vor Ort an. Wen die intensive Nutzung in den Tests nicht stört und wer es sich zutraut, die Geräte instand zu halten, der kann durch­aus ein Schnäpp­chen schlagen. Bei den Wasch­maschinen starten wir zum Beispiel häufig schon bei 30 Euro.

Kann ich ein Produkt, etwa einen MP3-Player, vor Ort ausprobieren?

Nein, die Bieter müssen sich auf meine Angaben zu dem Gerät verlassen.

Wer legt die Anfangs­preise fest?

Das mache ich – in Absprache mit meinem Chef. In der Regel starten wir bei 30 Prozent des Neupreises.

Was kann ich tun, wenn ich ein defektes Gerät ersteigere?

Sie sollten die Geräte zeit­nah testen und sich schnellst­möglich bei uns melden, wenn etwas kaputt ist. Ansonsten gilt auch hier: gekauft wie gesehen.

Haben Sie mal etwas ersteigert?

Ja, ein paar Mal war ich auch schon erfolg­reich. 2005 habe ich zum Beispiel eine Holz­pellethei­zung ersteigert. Der Laden­preis lag damals bei 12 000 Euro, angesetzt waren 4 000 Euro und bekommen habe ich sie für 4 500 Euro – das war schon ein tolles Schnäpp­chen!

Wie oft finden solche Versteigerungen statt?

Die Auktionen finden viermal im Jahr statt, also alle drei Monate. Die nächsten Termine sind am 21. März und am 27. Juni 2015. Auktions­beginn ist um 10 Uhr. Vorher – von 8 bis 10 Uhr – können potenzielle Steigerer die Artikel besichtigen.

Wo?

Beim Auktions­haus AssetOrb im Werdauer Weg 23 in 10829 Berlin-Schöne­berg.

Dieser Artikel ist hilfreich. 7 Nutzer finden das hilfreich.