Augen­versicherung Angebot von Ergo und Apollo über­zeugt nicht

02.10.2013
Augen­versicherung - Angebot von Ergo und Apollo über­zeugt nicht

Die Versicherungs­gesell­schaft Ergo direkt bietet zusammen mit Deutsch­lands zweitgrößter Optikerkette Apollo Optik eine „Augen­versicherung“ an. Kunden, denen es in erster Linie um Brillen und Kontaktlinsen geht, haben keinen großen Nutzen von der Police.

Versicherung plus Rabatt beim Optiker

Seit August ist die „Augen­versicherung plus Apollo-Optik-Rabatt“ auf dem Markt, eine Zusatz­police für gesetzlich Kranken­versicherte. Versicherte ab 18 Jahren zahlen monatlich 9,90 Euro Beitrag und erhalten dafür alle zwei Jahre einen Zuschuss für eine Brille oder Kontaktlinsen Kaufen sie diese bei einer der teilnehmenden Filialen von Apollo ­Optik, gibt’s bis zu 100 Euro Rabatt.

Test Augen­optikerketten: Nur eine ist gut

Ohne Gesund­heits­prüfung erhältlich

Die Versicherung ist ohne Gesund­heits­prüfung erhältlich, auch stark fehlsichtige Patienten können sie also abschließen. Ergo direkt zahlt den vereinbarten Zuschuss für Brillen, Sonnenbrillen und Kontaktlinsen, auch wenn sich das Sehvermögen des Kunden seit der letzten neuen Brille nicht verschlechtert hat. Zudem beteiligt sich die Versicherung mit bis zu 50 Euro im Jahr an Vorsorgeunter­suchungen beim Augen­arzt und bietet ein Kranken­haus-Tagegeld von 50 Euro pro Tag für den – allerdings seltenen – Fall einer voll­stationären Augen­behand­lung im Kranken­haus.

Besser für die neue Brille sparen

In den ersten zwei Vertrags­jahren sind sowohl die Versicherungs­leistung als auch der Apollo-Rabatt einge­schränkt. Auch danach gibt es für Brillen und Kontaktlinsen höchs­tens 200 Euro alle zwei Jahre. In zwei Jahren zahlen Kunden aber schon 237,60 Euro Beitrag. Der Rabatt von maximal 100 Euro bei Apollo-Optik macht es nicht viel besser: in zwei­einhalb Jahren summiert sich der Beitrag auf 297 Euro. Wem es also nur darum geht, möglichst günstig an eine neue Brille oder Kontaktlinsen zu kommen, kann das Geld genauso gut ansparen und dann frei entscheiden, bei welchem Optiker er einkauft.*

Vorsorgeunter­suchungen: Vieles zahlt die Kasse

Der Zuschuss zu Vorsorgeunter­suchungen ist interes­sant für Patienten, die sehr besorgt um ihre Augen sind und regel­mäßig zum Beispiel eine Glaukom-Früh­erkennungs­unter­suchung machen lassen, obwohl es bei ihnen keine Hinweise auf ein Krank­heits­risiko gibt. Die Versicherung erstattet dafür bis zu 50 Euro im Jahr. Ist eine Erkrankung erst einmal fest­gestellt, bekommen Kunden keine Leistungen mehr für Unter­suchungen zur Kontrolle des Krank­heits­verlaufs. In diesem Fall oder bei Verdacht auf eine Erkrankung kommt ohnehin die gesetzliche Kranken­versicherung für die medizi­nisch notwendigen Unter­suchungen auf.

* Passage korrigiert am 06.11.2013

02.10.2013
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