Augen­tropfen & Co Test

Trockene Augen können jucken.

Wenn sich die Augen trocken anfühlen, helfen Mittel, die das Auge befeuchten. Wir haben 24 Produkte getestet. Die meisten sind geeignet.

Das Lid fährt über den Augapfel wie Schmirgel­papier. Jeder Lidschlag fühlt sich an, als kratze ein Sand­korn auf der Hornhaut. Das Auge ist trocken, juckt und manchmal kleben morgens die Lider. Viele Patienten, die im Winter einen Augen­arzt aufsuchen, leiden am „trockenen Auge“, auch Sicca-Syndrom genannt.

Augen­tropfen & Co Test

Etwa 10 bis 15 Mal in der Minute gleitet das Lid wie ein Scheibenwischer über den Augapfel. Es verteilt den Tränenfilm, der die Augen­oberfläche schützt und befeuchtet (siehe Grafik). Wenn er sich in seiner Zusammenset­zung oder Menge ändert, können trockene Stellen entstehen.

Rezept­freie Mittel, sogenannte „künst­liche Tränen“, befeuchten das Auge. Wir haben die Zusammenset­zung von 24 Produkten bewertet. Probanden und Experten haben außerdem die Anleitungen gelesen und geprüft, wie sich die Augen­mittel öffnen und dosieren lassen. Die gute Nach­richt: Augen­befeuchtung muss nicht teuer sein. Die preis­werten Tropfen von dm, Müller, Ross­mann und die Aktions­ware von Aldi (Nord) sind im Schnitt genauso gut wie die aus der Apotheke. Elf unkon­servierte Mittel bewerten wir als geeignet, zehn konservierte Produkte als auch geeignet. Drei Produkte bewerten wir schlechter, allen voran die Alsiroyal-Augen­tropfen.

Was gegen Alsiroyal spricht

Augentropfen & Co.: So befeuchten Sie ihre Augen

Der Alsiroyal-Anbieter erweckt den Eindruck, dass seine „Augen­tropfen bei trockenem Auge“ eine lindernde, erfrischende Wirkung durch Kamille und abschwellende Eigenschaften durch Korn­blume haben. Diese pflanzlichen Zusätze erhöhen die therapeutische Wirk­samkeit des Feuchtig­keits­mittels jedoch nicht und können allergische Reaktionen auslösen. Die Augen­tropfen von „Bepanthen“ und „Optive“ enthalten Zusatz­stoffe, denen ein Zusatz­nutzen zugesprochen wird, der nicht ausreichend nachgewiesen ist. Sie sind deshalb nur mit Einschränkung geeignet.

Was trockene Augen auslöst

Trockene Heizungs­luft, Auto­gebläse, Klimaanlagen, Rauch oder Hitze können den Tränenfilm verändern. Viele Büro­angestellte leiden am trockenen Auge, Mediziner sprechen auch vom „Office-Eye-Syndrom“. Wer lange auf den Bild­schirm starrt oder aufgrund einer unkor­rigierten Fehlsichtig­keit ange­strengt liest, blinzelt zu wenig. Auch Erkrankungen wie etwa Diabetes oder chro­nisches Rheuma und Medikamente wie die Pille, das Akne­mittel Isotretinoin, Allergie­mittel und Beta­blocker können den Tränenfilm beein­trächtigen. Im Alter lässt die Tränen­produktion oft nach, vor allem hormonell bedingt bei Frauen.
Die Diagnose „trockenes Auge“ sollte der Augen­arzt stellen. Er kann den Tränenfilm unter­suchen, Augen­entzündungen ausschließen (siehe Augenentzündungen) und die Auslöser hinterfragen. Das ist wichtig, denn Augen­befeuchtungs­mittel befeuchten die Horn- haut nur. Sie beheben nicht die Ursachen der Beschwerden. Wenn ihre Anwendung die Symptome nicht lindert, sollte man erneut einen Arzt aufsuchen.

Wann die Kasse zahlt

Die Kosten für die Befeuchtungs­mittel muss jeder Anwender in der Regel selbst über­nehmen. Die Krankenkassen zahlen nur in Ausnahme­fällen wie beispiels­weise bei einer chro­nischen Entzündung der Tränen- und Speicheldrüse, dem sogenannten Sjögren-Syndrom.

Was gegen Konservierung spricht

Viele Augen­befeuchtungs­mittel, die mehrere Wochen oder Monate lang halt­bar sind, enthalten Konservierungs­stoffe. Diese schützen das Produkt vor Verkeimung. Sie können den natürlichen Tränenfilm aber lang­fristig beein­trächtigen. Mögliche Folgen sind Hornhautschäden, allergische Reaktionen und – so absurd es klingt – ein trockenes Auge. Wir stufen Augen­mittel mit Konservierungs­stoffen daher nur als auch geeignet ein. Besser sind Produkte ohne Konservierungs­stoffe.

Was praktisch ist und lange hält

Augen­tropfen & Co Test

Im Test sind Augen­tropfen in Flaschen und Einzel­dosen vertreten, außerdem eine Geltube und ein Augen­spray. Konservierungs­mittel­frei und geeignet sind fast alle Einzel­dosen, auch Ophtiolen genannt, und Tropfen aus drei Pumpflaschen. Eine besondere Technik bewirkt, dass beim Tropfen keine Keime ins Auge gelangen. Die Tester bemängeln jedoch, dass sich die Pumpflaschen oft schwer öffnen und dosieren lassen. Positiv: Die Tropfen halten bis zu sechs Monate. Die unkon­servierten Einzel­dosen dagegen sollte der Anwender nach einmaligem Gebrauch entsorgen, weil sie verkeimen können.

Wie lange die Sicht verschwimmt

Nach dem Eintropfen kann die Sicht etwa 5 bis 10 Minuten lang verschwimmen, bei Gelen bis zu 30 Minuten. Je dick­flüssiger, viskoser, ein Mittel, desto länger schränkt es die Sicht ein. Gel haftet dafür besser am Auge, der Nutzer muss seltener nacht­ropfen. Je mehr Natrium­hyaluronat oder Hypro­mellose enthalten ist, desto viskoser ist die Flüssig­keit (siehe Tabelle). Bei einigen Tropfen weist auch der Namens­zusatz „Gel“ auf eine hohe Viskosität hin. Ist die Sicht einge­schränkt, sollte der Anwender kein Auto fahren und keine Maschine bedienen. Das gilt auch, wenn die Augen gereizt auf Licht reagieren.

Wie die Mittel zu lagern sind

Bei Minusgraden oder schon im Kühl­schrank kann die Flüssig­keit zäh werden. Ideal ist die Lagerung bei Raum­temperatur.

Was bei Kontaktlinsen wichtig ist

Kontaktlinsen­träger sollten konservierungs­mittel­freie Mittel anwenden. Tropfen mit Konservierungs­stoffen belasten das Augen­gewebe zusätzlich und erhöhen das Risiko für Neben­wirkungen. Wer trotzdem Augen­mittel mit Konservierungs­mitteln benutzt, sollte die Kontaktlinsen vor dem Tropfen heraus­nehmen und sie frühestens nach 15 Minuten wieder einsetzen.

Wie man richtig tropft

Augen­tropfen & Co Test

Tropfen. Der Nutzer kann das Augen­mittel in die Unterlidtasche tropfen. Dabei darf die Spitze das Auge nicht berühren.

Die Spitze des Augen­mittel­dosierers darf beim Tropfen das Auge nicht berühren, sonst kann das Mittel verkeimen. Nach dem Tropfen die Augen kurz schließen und rollen, so verteilt sich die Flüssig­keit. Wer weitere Augen­mittel anwendet, sollte das mit seinem Arzt besprechen. Zwischen den Tropfen sollten etwa 15 Minuten liegen.

Wie es bei Kindern klappt

Das Kind kann sich hinlegen und die Augen schließen. Mutter oder Vater tropft auf den inneren Lidwinkel. Wenn das Kind die Augen öffnet, fließen die Tropfen ins Auge (Video auf www.test.de/video/tropfen).

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