Starkes Sonnenlicht kann im Winter die Augen schädigen – und das nicht nur in den Bergen und bei Schnee. Auch im schnee­freien Flach­land reflektieren die UVA- und UVB-Strahlen teils intensiv, weil Laub und Gras nicht als Barriere wirken wie in wärmeren Jahres­zeiten. Augen­ärzte raten, bei sonnigem Winterwetter möglichst eine Sonnenbrille zu tragen und beim Skifahren in den Bergen niemals darauf zu verzichten.

Kahle Umwelt reflektiert UV-Strahlung

Im Winter können die UV-Strahlen der Sonne auch im Flach­land Augen­schäden verursachen. Die kahle Umwelt reflektiert an vielen Orten besonders viel Licht. Nässe, Nebel und Schnee verstärken den Effekt. Bei starker Wintersonne ist es sinn­voll, eine solide Sonnenbrille tragen, damit die Strahlen nicht zu lange oder intensiv auf die Augen treffen. Darauf weist der Berufsverband der Augenärzte in Deutschland hin. Vor allem Dunkel­äugige unterschätzten das Risiko. Hell­äugige schützten sich oft intuitiv – ihre Iris hat weniger Pigmente, viele empfinden Blendungen als störenden.

Mit dem Alter werden die Augen empfindlicher

Ab 40 Jahren werden die Augen blend­empfindlicher. Auch die Augen von Kinder können sensibel auf starkes Sonn­licht reagieren. In manchen Fällen kommt es gar zu Schnee­blindheit, einem Sonnenbrand der Hornhaut. Sie macht sich zum Beispiel durch erhöhte Licht­empfindlich­keit, Schmerzen oder ein Fremdkör­pergefühl in den Augen bemerk­bar. Die Schnee­blindheit heilt oft nach zwei bis drei Tagen ab, weil sich die oberen Schichten der Hornhaut regenerieren können. Zu viel UV-Licht kann die Netzhaut dauer­haft schädigen. Mögliche Folge: Grauer Star oder Makuladegeneration.

Tipp: Tragen Sie bei starker Sonne auch im Winter eine Sonnenbrille – ein breiter Bügel schützt vor seitlich einfallenden Strahlen. Modelle mit hohem UV-Schutz sind am Hinweis „UV400“ zu erkennen. Das CE-Zeichen auf einer Sonnenbrille soll garan­tieren, dass sie den Qualitäts­anforderungen der EU entspricht.

Skibrille beim Winter­sport ein Muss

Wer sich in den Bergen aufhält, sollte bei hellem Licht grund­sätzlich eine Sonnenbrille tragen. Den Grund erläutert die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft: „Alle 1 000 Höhen­meter nimmt die UV-Strahlung um rund 20 Prozent zu und der Schnee reflektiert diese Strahlung nochmals um bis zu 85 Prozent stärker“. Wer ohne Skibrille Ski fahre, riskiere Verbrennungen an der Hornhaut. Außerdem schützt die Skibrille vor der frostigen Zugluft bei der Abfahrt, die Hornhaut oder Bindehaut entzünden kann.

Tipp: Tragen Sie beim Skifahren eine Skibrille mit Breitband-UV-Schutz. Die Brille sollte rundum geschlossen sein, genau passen und dicht am Gesicht anliegen, weder oben noch von den Seiten Licht durch­lassen. Die Brillen­fenster sollte aus splitter­festem Kunststoff bestehen. Eine doppelte Scheibe ist sinn­voll – wenn im Falle eines Sturzes die äußere Scheibe bricht, bewahrt die innere Scheibe die Augen vor Verletzungen. Eine Anti-Fog-Beschichtung verhindert schnelles Beschlagen.

Wechsel von drinnen nach draußen strapazieren Augen

Auch der Wechsel von kalter Außen­luft draußen und trockener Heizungs­luft drinnen können der Hornhaut und Bindehaut zu schaffen machen und Augen­entzündungen fördern, erklärt der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands. Zugluft könne der Augen­oberfläche Feuchtig­keit entziehen – Stress pur für die Augen. Sie reagieren dann besonders empfindlich auf einseitige Belastungen wie langes Arbeiten am Bild­schirm.

Tipp: Lassen Sie keine Zugluft durch geöff­nete Fenster und Türen entstehen. Stoß­lüften schont die Augen mehr. Stellen Sie Wasser­schalen auf Heizkörper, um beheizte Räume zu befeuchten und Ihre Augen weniger austrocknen zu lassen. Weitere Tipps und geeignete, rezept­frei Mittel gegen trockene Augen finden Sie in unserer Daten­bank Medikamente im Test.

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