Augen

Praxis­test: Beratung dürftig, Diagnostik ordentlich [test 8/2016]

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Augen - Sehkraft erhalten, Makuladegeneration bekämpfen – was hilft?
Selbst­test. Mit dem Amsler-Test wird jedes Auge einzeln auf AMD geprüft. © Stiftung Warentest

Die alters­abhängige Makula-Degeneration AMD „und die damit verbundene Erblindungs­gefahr ist kaum bekannt“, so der Berufs­verband der Augen­ärzte. Beraten wenigs­tens die Augen­ärzte umfassend zu diesem Thema? Wir machten den Praxis­test und haben Probanden in 20 Augen­arzt­praxen geschickt.

Inhalt

Das Konzept

Augen - Sehkraft erhalten, Makuladegeneration bekämpfen – was hilft?
Klar. (links) Ein gesundes Auge sieht einen Punkt und gerade Linien.
Verzerrt. (rechts) AMD-Patienten sehen das Gitter oft verbogen oder verschwommen. © Stiftung Warentest

Wir entwickelten die Vorgehens­weise mit zwei augen­ärzt­lichen Gutachtern. 20 Augen­arzt­praxen bekamen Besuch von je einem Tester. Alle hatten einen Termin für eine Routine­unter­suchung ausgemacht. Sie waren 48 bis 63 Jahre, kurz­sichtig (bis -3 Dioptrien), frei von AMD-Symptomen. Auf Nach­frage des Arztes sollte die Hälfte der Probanden Rauchen, Blut­hoch­druck und familiäre Vorbelastung angeben – alles Risiko­faktoren für AMD. Diese Testergruppe war mindestens 55. Ab diesem Alter empfiehlt die Leit­linie der Fachgesell­schaften vorsorgliche Unter­suchungen. Spätestens jetzt müsste AMD also bei den Ärzten ein Thema sein. Doch nur einer von zehn Medizinern kam bei den über 55-Jährigen von sich aus darauf zu sprechen.

Die Beratung

Selbst auf Nach­frage informierten die Augen­ärzte wenig. Nur knapp jeder zweite Tester erfuhr etwa, dass AMD die häufigste Ursache für Sehverluste im Alter darstellt. Nur sechs Probanden hörten, wie sich erste Anzeichen erkennen lassen, etwa mit dem Amsler-Test. Auch Risiko­faktoren wurden kaum angesprochen – und dass gesunder Lebens­stil vorbeugt. Über Früh­erkennungs­unter­suchungen gab es ebenfalls mager Auskunft. Aufklärung und Beratung zählen jedoch zu den augen­ärzt­lichen Tätig­keiten.

Die Diagnostik

Die Ärzte machten meist einen Sehtest plus einen Check des vorderen Augen­bereichs per Spalt­lampe, zweimal auch eine Netzhautspiegelung als Kassen­leistung. Andere, meist unnötige Unter­suchungen der Netzhaut wurden nur drei Testern angeboten. Das heißt: Die Diagnostik war weit­gehend angemessen.

Die Selbst­zahlerleistung

14 Testern empfahlen Ärzte die Glau­komfrüh­erkennung: einen Check auf eine andere häufige Augen­krankheit im Alter. Er kostet etwa 10 bis 40 Euro. Ob dies nützt, ist in Fach­kreisen umstritten.

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Whitchqueen am 08.11.2017 um 19:42 Uhr
Wenig Einsicht 😎

Dieser Testbericht bringt nicht wirklich etwas Licht ins Dunkle. Eine Aneinanderreihung von frei verfügbaren Erklärungen aus der ARED Studie und die als "wenig sinnvoll" eingestuften Präparate. Die Ratschläge fallen sehr dürftig aus. Der ganze Artikel erinnert mehr an eine Lückenbüßerfunktion, als an einen fundierten Testbericht. Sehr schade....😩

Herbstzeitlose23 am 27.04.2017 um 22:47 Uhr
Und ich dachte immer, bei Ihnen gäb's Infos

Ehrlich gesagt, ich finde die Berechnung dieses Artikels unseriös. Und wenn ich länger darüber nachdenke, ist eigentlich schon die Kurzinformation im freien Bereich eine Falschmeldung.
Alles, was wichtig wäre, erfährt man hier NICHT!!! Um meine Wut in etwas spaßige Kanäle zu lenken, sage ich's mit Goethe - und spare mir das "Fack ju": Hier steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.
Michael.bestlers Kritik kann ich mich inhaltlich nur VOLL anschließen; und Kommentare, die ihrem Gefühl, hier hereingelegt worden zu sein, wohl ein wenig deutlicher Ausdruck verleihen, einfach zu löschen (siehe Sommerblüte), ist m.E. auch keine Lösung.
Vielleicht löschen Sie statt dessen Ihre Überschrift, die den Menschen suggeriert, sie würden hier erfahren "was hilft"!!! Oder auch nur einen Hinweis erhalten, was vielleicht am ehesten helfen könnte. Das hier geht gar nicht!
Herbstzeitlose23

Sommerblüte am 12.01.2017 um 19:36 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 08.08.2016 um 11:12 Uhr
ARED Studien

@michael.bestler: Zum Zeitpunkt unserer Marktanalyse für die Produktauswahl fanden wir im deutschen Markt kein Präparat, das in der Zusammensetzung und Dosierung exakt den ARED-Studien entspricht.
Ob und welche Präparate eingesetzt werden, sollte grundsätzlich immer in enger Abstimmung mit dem Augenarzt entschieden werden.
Die ARED-Studien belegen ggf. einen Nutzen nur in bescheidenem Ausmaß und in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium, festzustellen durch genaue Netzhautdiagnostik. (Sa/PF)

michael.bestler am 08.08.2016 um 09:50 Uhr
Welche Präparate helfen lt ARED?

Welche bei uns erhältlichen Präparate entsprechen den in den ARED-Studien getesteten Zusammensetzungen? 9 hier erhältiche Präparate kommentieren Sie mit "wenig sinnvoll", weisen im - sehr kurzen - Artikel zu ARED darauf hin, dass die Wirksamkeit für einige Zusammensetzungen belegt wurde, nicht aber welche Präparate dieser entsprechen. Genau das ist aber doch für die Betroffenen wichtig und interessant.