Das Meister-Bafög soll ab Juli 2009 attraktiver für Weiterbildungs-Interessierte werden. Die dafür notwendige Reform des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFGB) hat der Bundestag im Februar verabschiedet. Nach der Reform könnten mehr Menschen als bisher Meister-Bafög beantragen, darunter auch Pfleger und Erzieher. Außerdem soll es mehr Geld für Eltern, Existenzgründer und Migranten geben.

Stimmt der Bundesrat der Novelle des AFGB zu, machte die Ländervertretung den Weg frei für eine weit reichende Reform des Meister-Bafögs: 272 Millionen Euro sollen nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung dafür in den kommenden vier Jahren zusätzlich in Aufstiegsfortbildungen fließen. Rund 60 Millionen Euro davon müssten die Länder aufbringen, der Rest entfiele auf den Bund. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 nahmen etwa 133 000 Geförderte Gelder in Höhe von 356 Millionen Euro in Anspruch.

Fachkräftenachwuchs sichern

„Das Meister-Bafög ist ein Kernelement der Qualifizierungsoffensive der Bundesregierung. Mit den nun eingeführten Leistungsverbesserungen sorgen wir für die richtigen Weichenstellungen, um noch mehr Menschen als bisher für Fortbildungen zu gewinnen und einen qualifizierten Fachkräftenachwuchs sicher zu stellen“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan.

Das Meister-Bafög unterstützt Berufstätige, die bereits eine Ausbildung absolviert haben, mit Zuschüssen und Krediten bei der Weiterbildung. Gefördert wird aber nur, wenn der angestrebte Fortbildungsabschluss die berufliche Qualifikation des Antragstellers übertrifft.

Kinder- und Betreuungszuschläge sollen steigen

Folgende Verbesserungen gibt es nach den Plänen der Bundesregierung ab Juli 2009:

  • Künftig soll nicht nur die erste, sondern im Allgemeinen eine Fortbildung gefördert werden. Auch wer also bereits eine Aufstiegsweiterbildung absolviert und aus eigener Tasche bezahlt hat, kann Meister-Bafög bekommen.
  • Wer die Fortbildung erfolgreich abgeschlossen hat, erhält künftig einen Darlehensnachlass von 25 Prozent.
  • Der Kinderzuschlag steigt von 179 auf 210 Euro pro Kind. Für Alleinerziehende ist zusätzlich ein Betreuungszuschlag in Höhe von 113 Euro geplant. Der Zuschlag soll zu 50 Prozent bezuschusst werden. Momentan wird er komplett als Darlehen ausgezahlt.
  • 33 Prozent Darlehenserlass erhalten künftig Existenzgründer, die dauerhaft neue Mitarbeiter oder Auszubildende einstellen.
  • Aufstiegsfortbildungen in den Pflegeberufen und der Altenpflege sollen fortan auch in den Bundesländern gefördert werden, in denen es keine entsprechenden landesrechtlichen Regelungen gibt. Auch Aufstiegsförderungen für Erzieher sollen gefördert werden.
  • Migranten mit einer „Bleibeperspektive in Deutschland“ müssen nicht mehr mindestens drei Jahre lang berufstätig gewesen sein, um in den Genuss der Förderung zu kommen.

Mehr Informationen zum Thema Meister-Bafög finden Weiterbildungs-Interessierte unter der Internetadresse www.meister-bafoeg.info. Die Stiftung Warentest hat außerdem eine kostenlose Broschüre ins Netz gestellt, die eine Übersicht der wichtigsten Förderungen in der beruflichen Weiterbildung gibt.

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