Aufsteck­zahnbürsten für Braun Oral-B Test

Braun Oral-B ist die führende Marke bei Elektrozahnbürsten in Deutsch­land. Der Tausch der Bürs­tenköpfe geht ins Geld, wenn man Originale kauft. Wir haben Alternativen getestet.

Karies ist schmerzhaft. Aber „nichts tut so weh wie der Griff ins Portmonee“. So reimte vor einiger Zeit die deutsche Country-Band Truck Stop. Kunden, denen Mund­hygiene wichtig ist, dürften dem zustimmen. Wechselköpfe für Elektrozahnbürsten zum Beispiel gehen ins Geld. Ein Zwei-Personen-Haushalt mit einem Gerät des Markt­führers Braun Oral-B gibt pro Jahr 23 bis 36 Euro für Original-Bürs­tenköpfe aus, wenn beide Nutzer die Aufsätze wie üblicher­weise empfohlen nach je drei Monaten auswechseln. Damit kosten die Ersatz­köpfe mehr als die Anschaffung der besten Elektrozahnbürste aus unseren Tests, siehe Tabelle: Die besten elektrischen Zahnbürsten

Güns­tiger wird der Austausch mit Nach­bauten von Fremdanbietern. Wir haben fünf Produkte im Laden und zwei im Internet gekauft. Alle waren als Ersatz für bestimmte Oral-B-Produkte ausgewiesen Tabelle: Testergebnisse. Das Ergebnis: Im Vergleich zum Original Braun Oral-B Precision Clean Bürs­tenkopf konnten einige Nach­ahmer punkten. Die getesteten Kopien der Onlinehändler sind zwar nicht zu empfehlen. Drogerien und Supermärkte bieten aber gute Nach­bauten an, mit denen sich die Kosten auf nicht mal 15 Euro pro Jahr drücken lassen.

Oral-B dominiert den Markt

Rund 80 Prozent aller Deutschen, die ihr Gebiss elektrisch reinigen, kaufen eine Oral-B-Zahnbürste – und sind auf passende Wechselköpfe angewiesen. Im Test liegen die Original-Bürs­tenköpfe vorn. Sie entfernen sehr gut künst­liche Beläge von Modell­zähnen, der Bürs­tenwechsel geht sehr einfach, die Aufsätze sind sehr gut halt­bar.

Dem Original am nächsten kommen die Wechselköpfe von dm und die baugleichen Aufsätze von Müller, Real und Syncare. Sie putzen fast so gut wie das Original und stehen ihm bei der Halt­barkeit in nichts nach. Sie lassen sich nur schwerer wechseln.

Vor einiger Zeit hatte der Hersteller der dm-Aufsätze und der Baugleichheiten uns eine Produkt­ver­änderung mitgeteilt. Wir recherchierten darauf­hin im Handel – es waren aber nur unver­änderte Bürsten erhältlich. Wir werden den Markt weiter beob­achten: Wenn wir veränderte Bürs­tenköpfe finden, werden wir sie testen.

Bürsten fielen aus oder zerbrachen

Aufsteck­zahnbürsten für Braun Oral-B Test

Zu viel Druck? Wenn die Borsten sich schnell spreizen, sollten Sie den Druck reduzieren. Dann müssen Sie die Bürste auch seltener wechseln.

Die anderen drei Nach­bauten, zwei davon bei Onlinehänd­lern über Amazon bestellt, sehen dem Original zwar ähnlich, scheiterten allerdings im Praxis­test.

Ein Knack­punkt war die Steck­verbindung. Zum Teil mussten die Tester beim Abziehen so viel Kraft aufwenden, dass einzelne Wechselköpfe zerbrachen. Die Bürsten von Olaris und TK Tech Limited blieben beim Putzen zudem auch mal stehen – sie hörten auf zu rotieren.

Hier bestätigt der Test negative Erfahrungen von Online­kunden: „Kauft bloß nicht diesen Schrott, habe inner­halb von 3 Tagen 5 Stück verbraucht“, rät Henry Vonderlind in einer Kundenrezension bei Amazon. Auch Sandra K. ärgert sich öffent­lich: „Die Bürsten gingen bei mir nach nur einmaliger Benut­zung sofort kaputt.“

Weitere Schwach­punkte: Die über den Amazon-Shop DB Online­handel bezogenen Bürs­ten­aufsätze reinigen die Zähne nur ausreichend. Die Verpackungs- und Gebrauchs­angaben von beiden im Internet einge­kauften Produkten sind sogar mangelhaft. Es steht zum Beispiel keine Anbiete­radresse darauf. Und wie ein schlechter Scherz mutet diese Angabe in holp­rigem Eng­lisch an: „to be used with Electro tooth­brushes that fits“ – „geeignet für elektrische Zahnbürsten, die passen“.

Gute Pflege hilft sparen

Aufsteck­zahnbürsten für Braun Oral-B Test

Richtig säubern. Auch die Steck­verbindung braucht eine tägliche Reinigung.

Hinterfragen sollten Kunden auch den Hinweis auf fast allen Verpackungen, wonach Zahn­ärzte einen Wechsel der Aufsteck­bürsten im Drei-Monats-Turnus empfehlen. Unser Test kann diesen pauschalen Rat nicht stützen. Mit einer Ausnahme entfernen die Bürsten nach einer simulierten Nutzungs­dauer von einem Viertel­jahr Zahnbelag nicht schlechter als im Neuzustand. Braun empfiehlt, den Bürs­tenkopf zu ersetzen, wenn die blau gefärbten Borsten zur Hälfte verblasst sind. Professor Dr. Stefan Zimmer, Leiter der Zahn­klinik der Universität Witten/Herdecke, vertritt die Meinung, dass Nutzer diese Aussage nicht zu ernst nehmen müssen: „Wenn die Farbe abgeht, bedeutet das nicht auto­matisch, dass die Bürste verbraucht ist.“ Das könne schon früher der Fall sein, insbesondere wenn beim Putzen zu stark aufgedrückt wird, oder erst später. Ein Wechsel ist spätestens dann fällig, wenn sich die Borsten stark nach außen biegen.

„Wichtig ist auch, die Bürste richtig zu reinigen und gut trocknen zu lassen“, so Zimmer. Dann haben Keime wenig Chancen, sich zu vermehren.

Tipp: Spülen Sie die einge­schaltete Bürste jedes Mal unter fließendem Wasser ab, auch die Steck­verbindung nicht vergessen. Dann abschütteln und an der Luft trocknen lassen. Üben Sie beim Putzen nur mäßigen Druck aus. Zähne und Zahn­fleisch werden es Ihnen danken.

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