Aufofinanzierung Special

Die Kredite der Auto­banken für Neuwagen sind so günstig wie selten zuvor. In vielen Fällen lohnt es sich gar nicht mehr, bar zu zahlen. Finanztest erklärt die Finanzierungs­möglich­keiten Barkauf, Kredit und 3-Wege-Finanzierung und stellt sie einander gegen­über.

Spar­potenzial durch Rabatte und Finanzierung

Die Zeiten für Auto­käufer sind optimal. Der Markt kriselt und Händler über­bieten sich mit Rabatten. Derzeit liegen die Nach­lässe im Privatkundenmarkt im Schnitt über 13 Prozent, wie das große Special Neuwagenkauf zeigt. Vor dem Auto­kauf steht die Finanzierung. Fast die Hälfte der Auto­käufer in Deutsch­land nimmt derzeit einen Kredit auf. Das hat nicht unbe­dingt etwas damit zu tun, dass sie nicht genug Geld haben, um den Preis in einer Summe auf den Tisch zu legen. Vielmehr vergeben Auto­händler und ihre Banken an ihre Kunden schon geraume Zeit sehr güns­tige Kredite für die Finanzierung des Wunsch­autos.

Auto­banken güns­tiger als andere

Aufofinanzierung Special

Die Volks­wagen Bank nimmt zum Beispiel für ihren ClassicCredit derzeit einen Effektivzins von 1,9 Prozent. Wer dieses Angebot für die Finanzierung des neuen Golf VII annimmt, hat nach der Kredit­lauf­zeit von vier Jahren gegen­über dem Barkauf sogar mehrere hundert Euro gespart.

Ein klassischer Raten­kredit wie der ClassicCredit kommt infrage, wenn der Kunde sicher will, dass das Auto ihm einmal ganz gehört. So einen Kredit bekommt der Käufer bei einer Auto­bank wie der Volks­wagen-Bank, aber auch bei einer herstel­ler­unabhängigen Bank oder einem Vermittler.

Meist macht die Auto­bank das bessere Angebot. So war es jedenfalls in unserem jüngsten Test im Jahr 2011 (Finanztest 04/2011, „Autokauf: Die besten Kredite“): Bei sechs von neun Beispiel­autos machten die Auto­banken das Rennen.

Rund zwei Drittel der kredit­finanzierten Neufahr­zeuge werden derzeit über Herstel­lerbanken wie BMW Financial Services, die Ford Bank, die Honda Bank, die GMAC Bank (Opel) oder Volks­wagen Financial Services auf die Straße gebracht. „Damit sind die herstel­lerverbundenen Auto­banken der wichtigste Absatz­förderer der Auto­hersteller“, sagt Michael Reinhart, Sprecher des Arbeits­kreises der Banken und Leasinggesell­schaften der Auto­mobil­wirt­schaft (AKA). Der AKA hat 11 Mitglieds­banken, die 32 Auto­mobilmarken repräsentieren.

Aber auch Angebote von unabhängigen Banken, die nicht an einen Hersteller gebunden sind, und von Kredit­vermitt­lern sind einen Blick wert, etwa die von Dr. Klein, ING-Diba, Creditplus Bank oder Comdirect Bank. Die Kreditzinsen ihrer Angebote liegen derzeit unter 6 Prozent, manchmal sogar unter 5 Prozent. Der Kredit­vermittler Dr. Klein macht seinen üblichen Raten­kredit etwas güns­tiger, wenn der Kunde das Geld für ein Auto verwenden will.

Vergleich über den Gegen­warts­wert

Barzahlung und Kredit­finanzierung vergleichen wir am Beispiel des neuen VW Golf VII. Der kostet laut Anbieter 20 725 Euro – Listen­preis, ohne Rabatt. Bezahlt der Kunde den Wagen nicht bar, sondern über den ClassicCredit der Volks­wagen Bank, kommt ihn das gut 500 Euro güns­tiger. Das haben wir über den „Gegen­warts­wert“ der Zahlungen für den Kredit berechnet.

Der Gegen­warts­wert macht Finanzierungs­angebote mit der Barzahlung vergleich­bar. Er gibt den heutigen Wert der künftigen Zahlungen an und berück­sichtigt, dass eine in einigen Jahren fällige Rate derzeit einen geringeren Wert hat, als ein heute in gleicher Höhe fälliger Betrag.

In unserem Beispiel zahlt der Kunde 20 Prozent (4 145 Euro) an und er bekommt den Kredit für einen Effektivzins von 1,9 Prozent. Er muss vier Jahre lang jeden Monat 359 Euro bezahlen, insgesamt also 21 370 Euro. Umge­rechnet in den Gegen­warts­wert sind das 20 215 Euro.

Der Raten­kredit der herstel­ler­unabhängigen ING-Diba ist zwar auch günstig, kann da aber nicht mithalten. Ein Effektivzins von 4,95 Prozent (Stand 3. Januar 2013) bedeutet eine Monats­rate von 381 Euro. Der Gegen­warts­wert liegt bei 21 190 Euro. Das sind knapp 1 000 Euro mehr als bei der Volks­wagen Bank und rund 460 Euro mehr, als die Barzahlung kostet.

Finanzierung für Unent­schlossene

Den Kunden, die noch nicht so genau wissen, ob das Auto ihr Eigentum werden soll, machen es die Auto­banken mit der Drei-Wege-Finanzierung leicht: Genauso wie für einen Raten­kredit zahlt der Kunde zunächst einen Teil des Kauf­preises an und begleicht über drei oder vier Jahre eine Monats­rate. Danach entscheidet er sich zwischen drei Wegen:

  • Er bezahlt die restliche Kreditsumme bar.
  • Er finanziert weiter.
  • Er gibt den Wagen zurück.

In unserem Beispiel kostet unseren Kunden die aufgeschobene Kauf­entscheidung nichts extra. Im Gegen­teil: Entschließt er sich in der Drei-Wege-Finanzierung später zum Kauf, beträgt der Gegen­warts­wert 19 960 Euro und liegt damit knapp 800 Euro unter dem Listen­preis.

Achtung: So günstig wird es nur unter der Voraus­setzung, dass der Auto­käufer nach vier Jahren die hohe Schluss­rate von 9 259 Euro parat hat. Muss er diese Summe weiter finanzieren, hat er Zusatz­kosten und der Zins ist womöglich auch nicht mehr so nied­rig wie bisher.

Rest­kredit­schutz muss nicht sein

Wollen Kunden einen Auto­kredit, kommt häufig das Gespräch auf eine Rest­kredit­versicherung. Sie springt ein, wenn der Kreditnehmer stirbt. Selten und dann oft zeitlich begrenzt zahlt sie auch im Fall von Arbeits­losig­keit oder Arbeits­unfähigkeit.

Doch die Versicherung macht die Finanzierung teurer. Sie ist oft sogar unnütz, weil der Händler den Fahr­zeug­schein als Sicherheit hat und viele Kunden schon eine andere Absicherung haben, zum Beispiel eine Risiko­lebens­versicherung.

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