Aufina Holding AG Meldung

Professor Wilhelm Hankel empfahl Anlegern die wertlose Aktienbeteiligung.

Das Landgericht Düsseldorf hat zwei Aufsichtsräte der Aufina Holding AG in Düsseldorf zu Schadenersatz verurteilt, weil sie den Vorstand der Gesellschaft nicht überwacht haben (Az. 10 O 6/07, nicht rechtskräftig). Besonders die Expertise des früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Professor Wilhelm Hankel habe dazu beigetragen, Anleger über den Wert der angebotenen Aktien zu täuschen.

Hankel genieße hohes Ansehen. Er war früher wissenschaftlicher Berater der EG-Kommission und des Bundeswirtschafts- und Finanzministeriums sowie Chef der hessischen Landesbank. Anleger hätten sich deshalb auf ihn verlassen.

Wie berichtet, war die Aktienanlage wertlos (siehe Meldung). Laut Staatsanwaltschaft Düsseldorf hatte die Aufina das für Immobilienaktien eingesammelte Geld nicht investiert, sondern für Kosten und eigene Zwecke ausgegeben. Der angekündigte Börsengang der Aufina war völlig unrealistisch. Zwei Vorstände der Aufina wurden bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Als Wirtschaftsexperte habe Hankel bewusst die Augen vor der Bereicherung Dritter verschlossen. Er habe Aufsichtsratsbezüge und Beraterhonorare kassiert und so vom Geldverteilungssystem der Aufina profitiert. Er habe ignoriert, dass die Leistungsbilanz der Aufina von 15 Milliarden Euro „pure Erfindung“ war, erklärten die Richter.

Das Urteil hat besondere Bedeutung, weil hier ein Aufsichtsrat direkt an einen Aktionär Schadenersatz zahlen muss, erklärte Rechtsanwalt Peter Mattil aus München. Es könne auch anderen Aufina-Geschädigten helfen.

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