Die privaten Krankenversicherer haben Ende vergangener Woche die Auffanggesellschaft „Medicator AG“ gegründet. Sie soll – wie „Protektor“ bei den Lebensversicherern – als Beteiligungsgesellschaft einspringen, wenn ein Unternehmen in eine finanzielle Notlage gerät.

Noch kein Ernstfall in Sicht

Bei den Lebensversicherern ist der Notfall bereits eingetreten: Die Protektor AG muss für die Kunden der Mannheimer Lebensversicherung aufkommen, nachdem diese wegen der Börsenkrise in finanzielle Notlage geraten war. Mit dieser Entwicklung habe die Gründung der Auffanggesellschaft nichts zu tun, stellte Christian Weber, Sprecher des Verbandes der Privaten Krankenversicherung klar. „Die Mannheimer ist noch kein Fall für Medicator“, erklärte Weber auf Nachfrage von Finanztest. Anders als die Lebensversicherungssparte des Unternehmens seien Krankenversicherungsverträge der Mannheimer von der Unternehmenskrise bislang nicht betroffen.

Keine Änderung für Kunden

So funktioniert Medicator: Sollte ein Krankenversicherungsunternehmen in die Gefahr geraten, seine Verträge mit den Kunden nicht mehr erfüllen zu können, würde die Auffanggesellschaft sich an diesem Unternehmen beteiligen. Das Vertragsverhältnis der Kunden zu ihrem Versicherer bliebe dadurch unberührt. Auf diesem Wege soll die Pleite von Unternehmen verhindert werden, für die sich kein Käufer aus der Branche findet. Beim Zusammenbruch eines Versicherers ohne Nachfolgelösung hätten ältere und kranke Kunden nämlich kaum eine Chance, sich bei einer anderen Gesellschaft neu zu versichern.

Start mit acht Versicherern

Gründungsmitglieder der Medicator AG sind acht Krankenversicherer, die zusammen etwa 60 Prozent Marktanteil haben. Mit von der Partie sind: Allianz Krankenversicherung, Barmenia, Central Krankenversicherung, Continentale, Debeka, DKV, Landeskrankenhilfe und Signal Iduna. Insgesamt soll Medicator mit einem Haftungs-Kapital von einer Milliarde Euro ausgestattet werden. Etwa 60 Prozent davon bringen die bisherigen Mitglieder bereits ein. Der Verband der Privaten Krankenversicherung geht davon aus, dass sich weitere Unternehmen an Medicator beteiligen werden. Absagen habe man bislang noch nicht erhalten, berichtete Verbandssprecher Weber.

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