Auffahrunfall Meldung

Auch bei Rasern gilt: ­Selbstjustiz ist verboten.

Wer allein deshalb scharf abbremst, weil er einen nachfolgenden Raser disziplinieren will, muss seine Schäden selber tragen, wenn es so zum Unfall kommt. Das hat das Landgericht Mönchengladbach (Az. 5 S 86/01) entschieden.

Die Begründung: „Akte der Selbstjustiz im Straßenverkehr widersprechen in schwer wiegender Weise den darin geltenden Geboten der Vorsicht und Rücksichtnahme.“ Der vorfahrende Bes­serwisser habe seinen Schaden daher letztlich selbst verursacht.

Normalerweise spreche zwar der Beweis des ersten Anscheins dafür, dass der Hintermann beim Auffahrunfall Schuld hat. In solchem Fall sei diese Regel aber außer Kraft gesetzt, meinten die Richter. Selbst die Tatsache, dass der Raser den Mindestabstand nicht eingehalten hatte, spielte für sie ausdrücklich keine Rolle, da das Verhalten des „Oberlehrers“ so gefährlich gewesen sei.

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