Auffahr­unfall Erziehung durch Voll­bremsung – keine gute Idee

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Auffahr­unfall - Erziehung durch Voll­bremsung – keine gute Idee
Abstand halten, Nerven bewahren. © Stiftung Warentest

Wer absicht­lich auf die Bremse tritt, um den nach­folgenden Auto­fahrer zu maßregeln, und dadurch einen Auffahr­unfall verursacht, haftet in vollem Umfang für die Folgen. Das hat das Amts­gericht Solingen entschieden (Az. 13 C 427/15).

Der Fall

Geklagt hatte eine Auto­fahrerin, die sich vom nach­folgenden Fahrer bedrängt fühlte, weil er zu dicht auffuhr. Als dieser über­holte, provozierte sie ihn mit einer Finger­geste. An der nächsten roten Ampel stellte der Auto­fahrer die Klägerin darauf­hin zur Rede. Dass sich die Fahrerin jedoch nicht weiter aus der Reserve locken ließ und die Szene offen­bar mit ihrem Smartphone filmte, brachte den Auto­fahrer noch weiter auf. Als die Ampel wieder grün wurde, fuhr der Mann zwar an, legte aber gleich danach eine Voll­bremsung hin, sodass die Frau auffuhr.

Grob verkehrs­widriges Verhalten

Nach Anhörung von Unfall­zeugen kam das Gericht zu dem Ergebnis, dass der Fahrer nur gebremst hatte, um die Klägerin zu maßregeln. Dies sei ein grob verkehrs­widriges Verhalten, mit dem die Auto­fahrerin nicht habe rechnen können. Dieser Akt der Selbst­justiz sei selbst dann nicht hinnehm­bar, wenn der Beklagte sich provoziert gefühlt habe. Daher sei er allein für den Auffahr­unfall verantwort­lich und hafte voll.

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