Wie funktionieren Swap-ETF?

Auf einen Blick: ETF Special

Ein Swap [sprich: swopp] ist ein Tauschge­schäft. Wie es funktioniert, zeigt ein landläufiges Beispiel: Ein Mann hat eine Kuh, die Milch gibt, und sein Nachbar eine Henne, die Eier legt. Der Mann ist Milchallergiker, liebt aber seine Kuh. Der Nachbar hasst Eier, mag aber seine Henne. Die Idee: Jeder behält sein Tier, Eier und Milch werden getauscht.

So funktioniert auch ein Finanz­swap. Nur dass statt Eiern und Milch Wertentwicklungen gegeneinander aufgerechnet werden. Getauscht wird nicht die Wertentwicklung selbst, es wird nur die Differenz beglichen.

Ein Beispiel: Ein ETF mit 100 Millionen Euro bildet den Dax ab. Er kauft, etwa aus steuerlichen Gründen, japanische Aktien (Basket) und schließt einen Swap mit seiner Mutterbank ab. In nächster Zeit steigt der Dax um 5 Prozent, während der Basket nur 3 Prozent zulegt. Die Differenz beträgt 2 Prozent, der Swap wird damit 2 Millionen Euro groß.

Ein Swap ist positiv, wenn die Wertentwicklung des Index größer als die des Baskets ist. In diesem Fall schuldet der Swap-Partner dem Fonds die Differenz. Ein positiver Swap darf gesetzlich vorgegeben maximal 10 Prozent vom Fondsvolumen ausmachen. Wird die Grenze erreicht, wird der Swap glattgestellt. Der Swap-Partner zahlt seine Schuld entweder in Form von Cash oder Wertpapieren. Entwickelt sich der Basket besser als der Index, ist der Swap negativ. Dann hat der Fonds eine Zahlungsverpflichtung an den Swap-Partner.

Experten befürchten, dass die Fonds ­weniger liquide Wertpapiere aus dem Bestand der Mutterbank übernehmen könnten, die sich auf diese Weise flüssige Mittel beschafft.

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