Wie funktionieren phyisch replizierende Fonds?

Auf einen Blick: ETF Special

Diese Fonds investieren genau in die Wertpapiere, die tatsächlich im Index drinstecken. Der iShares Dax ETF beispielsweise hat wirklich die 30 Dax-Werte im Portfolio.

Kauft der Fonds alle Indexwerte in exakter Indexgewichtung, nennt man das Vollreplikation. Hält er eine repräsentative Auswahl an Indexwerten, spricht man von Sampling. Diese Methode nutzen ETF-An­bieter bei Indizes mit vielen oder schlecht handelbaren Werten.

Physisch replizierende Fonds kaufen zwar die Originaltitel, verleihen sie aber weiter- gegen zuvor gewährte Sicherheiten (diese zeitweisen Geschäfte sind in der Grafik ­gestrichelt dargestellt). Sie kassieren dafür Leihgebühren. Damit verbessern sie die Wertentwicklung des Fonds und verdienen selbst etwas Geld. Die Sicherheiten sind für den Fall, dass der Leihpartner pleitegeht und die ausgeliehenen Papiere nicht zurückgeben kann. Sie bestehen aus Bargeld oder aus Wertpapieren. Die Gefahr ist, dass die Sicherheiten im Krisenfall nicht schnell genug oder nur mit Abschlag verkauft werden können und der Fonds Verlust macht.

Die Fonds dürfen bis zu 100 Prozent der Wertpapiere im Fonds verleihen. Marktführer iShares verleiht durchschnittlich 20 Prozent des Fondsportfolios.

Meist erhält der Fonds um die 50 Prozent der Leiherträge, die andere Hälfte behält der Anbieter. Je mehr er behält, desto größer ist die Versuchung, dass er immer einen möglichst großen Teil der Wertpapiere verleiht – und dabei womöglich die Risiken vernachlässigt. Auch Swap-ETF dürfen die Papiere im Fonds verleihen. Das macht zum Beispiel comstage.

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