Asthma-Therapien und Schulung für Kinder: Fit trotz Atemnot

Kassenfragen: Finanzierung noch unklar

Bisher ist nicht durchgängig geklärt, ob Eltern mit Asthmakindern die Kosten für die Asthmaschulung von ihrer Krankenkasse bezahlt bekommen. In manchen Regionen gibt es Rahmenvereinbarungen mit Kassen, in anderen wird nach Einzelfall entschieden. Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Asthmaschulung sieht eine Kostenübernahmepflicht nach Paragraph 45 des Sozialgesetzbuches 5/präventive Rehabilitation. Alle dort gestellten Anforderungen seien durch das Schulungsprogramm erfüllt. Es gibt bisher aber selbst innerhalb einer Region unterschiedliche Regelungen.

Um die Verhandlungen auf eine breitere Basis stellen zu können, suchen die AG Asthmaschulung und der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) Eltern, die über ihre Erfahrungen berichten und mitteilen, ob die Kosten übernommen wurden. Die AG will für Asthmakinder in allen Städten und ländlichen Regionen das Recht auf Teilnahme an einer Schulung erstreiten. In der Region Osnabrück übernehmen bereits alle gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Kurse.

Ein Argument findet dabei zunehmend Gehör: Teure Medikamente zu bezahlen, die nicht sinnvoll genutzt und inhaliert werden, kostet Geld. Geschulte Kinder jedoch ersparen langfristig hohe Folgekosten durch den sonst verschlechterten Krankheitszustand im Erwachsenenalter.

Kassen und Anbieter können mit ihrem Engagement Punkte sammeln. So hat zum Beispiel die Techniker-Krankenkasse (TK) in Schwerin verkündet, dass sie ambulante Asthmaschulungen forcieren wolle. Die Kosten für die Teilnahme an Feriencamps im Asthmazentrum Jugenddorf Buchenhöhe bei Berchtesgaden werden von der Barmer übernommen ebenso wie fachliche Asthmaschulungskurse am Heimatort.

Seit September 1999 bietet der Automobilkonzern Ford in Köln zusammen mit der Ford-Betriebskrankenkasse Schulungen für asthmakranke Mitarbeiter und ihre Familien an, unterstützt von dem Pharmahersteller Glaxo Wellcome: Es fanden sich gleich 72 Interessenten.

Manche Kasse geht aber Schlangenlinien, wie der DAAB in seiner Zeitschrift "konkret" vermeldet: "Es kommt nicht selten zu Dumpingversuchen Dabei werden zum (Kosten-)Vergleich auch nicht qualifizierte und zweifelhafte Schulungsangebote herangezogen. Es gibt allerlei unterschiedliche Kursanbieter - und Kursqualitäten. Wer sich nicht sicher ist, kann sich bei der AG in Osnabrück erkundigen oder auch beim DAAB.

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