Aspirin-Werbung Meldung

Die Werbung für „Aspirin Effect“ hatten wir in test 7/03 kritisiert: Das Schmerzmittel in Granulatform ist ohne Wasser einzunehmen, „fast wie Brausepulver“. Die Bayer-PR-Abteilung schrieb uns dazu: „Wir geben Ihnen Recht: Arzneimittel sind keine Lifestyle-Produkte. Es ist uns daher als Arzneimittel-Hersteller wichtig, dass unsere Produkte nur wenn wirklich erforderlich und dann ... bestimmungsgemäß angewendet werden.“ Das scheint mit Musik noch besser zu gehen, wie ein Plakat vor einer Apotheke in Berlin zeigt: Wer zehn Beutel für 4,40 Euro kauft, erhält, „solange der Vorrat reicht“, ein kleines Radio als Zugabe – ein neuer Schritt des unangemessenen Pharma-Marketings und der Verkaufsförderung von Arznei. Zur Aspirin-Palette ist nun ein weiteres Granulat als Wirkstoffmixtur hinzugekommen – Aspirin Complex mit 500 Milligramm Azetylsalizylsäure und 30 Milligramm Pseudoephedrin zum Abschwellen der Nasenschleimhäute. Solche „Grippemittelmischungen“ haben wir schon häufig kritisiert. Das stimulierende Pseudoephedrin im Mittel kann Auswirkungen auf Herz und Kreislauf haben.

Pharma-Experte Professor Gerd Glaeske, Bremen: „Die Kombination mit Pseudoephedrin ist keine Verbesse­rung für das gute Aspirin. Die Einnahme solcher Schmerzpillen ist nicht zu empfehlen. Nasensprays oder -tropfen sind sinnvoller.“

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