Aspirin Effect Meldung

Mit dem Spruch „Prickelnd neu: Aspirin Effect“ bewirbt Bayer ein neues, angeblich „innovatives Produkt“ im Internet. Aspirin als Granulat, fast wie Kinderbrausepulver mit Spucke, ohne Wasser einzunehmen. Das falsche Konzept, sagen Pharmakritiker. Denn das Produkt ist ein Arzneimittel – und kein Lifestyle-Erlebnis für den kleinen Schmerz zwischendurch.

Das Schmerzmittel-Granulat verspricht laut Firmenwerbung „ein völlig neues Aspirin-Erlebnis. Weil überall, zu jeder Zeit einzunehmen ... Weil sich Asprin Effect nach der Einnahme – ganz ohne Wasser – schnell auflöst. Es schmeckt angenehm – und das ganz ohne Zucker ... Aspirin Effect. Das müssen Sie erleben.“ Die Konzeption des Arzneimittels ist offenbar in enger Abstimmung mit der Marketingabteilung erfolgt. Erst kommt das „Erlebnis“, in zweiter Linie folgt der Zweck, wie leichte Schmerzen zu vertreiben und Fieber zu senken.

Für Asprin-Effect gilt, was wir schon bei Aspirin Direkt, der Tablette zum Kauen und Lutschen, schrieben: Das Konzept verführt dazu, das Mittel ohne Wasser einzunehmen. Schäden an der Magenschleimhaut können die Folge sein. Schmerzmittel sollten stets mit viel Wasser eingenommen werden, oder man sollte gleich Brausetabletten wählen. „Mit Asprin Effect und Einnahme ohne Wasser ist der Hersteller einen weiteren, entscheidenden Schritt in die falsche Richtung gegangen“, sagt Professor Gerd Glaeske, Bremen. „Die Werbung nimmt auch Kinder und Jugendliche ins Visier, obwohl Azetylsalizylsäure bei ihnen, so bei virusbedingten Krankheiten und Fieber, nicht geeignet ist.“

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