Steuerzahler können die Kosten für eine Asbestsanierung ihres Hauses als außergewöhnliche Belastung angeben. Um das Finanzamt an den Kosten zu beteiligen, müssen sie im konkreten Fall aufzeigen, dass die Asbestfasern die Gesundheit gefährden. So hat der Bundesfinanzhof entschieden (Az. VI R 47/10). Ein amtliches Gutachten ist vor der Sanierung nicht erforderlich. Allerdings muss der Eigentümer nachweisen, dass die Sanierung notwendig war. Die Betroffenen müssen zudem zunächst prüfen, ob jemand anderes für den Schaden zahlen muss. Im verhandelten Fall bewohnte die Klägerin ein Reihenhaus mit einem Dach aus Asbestzement-Wellplatten. Die Platten seien alt gewesen, zudem hätten sie wegen einer Neueindeckung des Nachbardaches zerschnitten werden müssen, wenn keine Sanierung erfolgt wäre, begründete die Klägerin ihre Position. Ob in diesem konkreten Fall durch die alten Asbestplatten tatsächlich eine Gesundheitsgefährdung bestand, muss nun das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entscheiden.

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