Asbest Meldung

Noch immer sind viele Dächer, Hausfassaden und Fußböden in Deutschland mit Asbest belastet. Gefährlich wird es vor allem, wenn die Altlast unsachgemäß saniert wird.

Wer ein Haus aus den 60er, 70er oder 80er Jahren kauft, muss immer mit Asbest rechnen. In dieser Zeit wurde das krebserzeugende Silikatmineral massenhaft verwendet. Erst 1993 wurde Asbest in Deutschland vollständig verboten. Weil es äußerst langlebig ist, steckt es bis heute in Dächern, Fassaden und Fußböden.

Asbest nicht verschweigen

Asbest Meldung

Eine umfangreiche Asbestsanierung gehört in die Hände von Spezialfirmen. Achten Sie auch als Auftraggeber darauf, dass entsprechende Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass ganze Räume mit Asbeststaub verseucht werden.

Im Frühjahr dieses Jahres, am 27. März, hat der Bundesgerichtshof Hauskäufern den Rücken gestärkt: Ein Verkäufer muss dar­über aufklären, wenn ihm eine Asbestbelastung seiner Immobilie bekannt ist und die Gefahr besteht, dass der Stoff bei üblicher Nutzung, Umgestaltung oder Renovierung in die Umwelt gelangt (Az. V ZR 30/ 08). Verschweigt er die Altlast, schuldet er dem Käufer Schadenersatz, so das Urteil.

Die Stiftung Warentest bietet seit 1996 Asbestanalysen für Privathaushalte an. Von rund 2 500 Materialproben war etwa jede zweite mit Asbest belastet. Hier die häufigsten Problemstoffe:

Asbestzement. Aus diesem Material haben Eternit und andere Faserzementhersteller vielfältige Produkte für innen und außen gefertigt – von Blumenkästen über Abwasserrohre bis zu Fensterbrettern. Am weitesten verbreitet sind die gewellten Dachabdeckungen sowie große und kleine Fassadenplatten. Die Fasern beim Asbestzement sind relativ sicher gebunden, solange das Material nicht beschädigt wird oder zu stark verwittert. Die Faserzementindustrie hat ihre Produkte zwischen 1980 und 1991 umgestellt (Übersicht: www.faserzement.info).

Wandplatten. Asbesthaltige Leichtbauplatten kamen in der DDR zum Beispiel unter den Bezeichnungen Sokalit, Neptunit und Baufatherm zum Einsatz, in der BRD unter Promabest. Sie dienten als Trennwände, Lüftungskanäle und als Brandschutz. Bei einigen Wohnungstypen der DDR aus den frühen 70er Jahren bestehen die gesamten Küchen- und Sanitäreinheiten („Nasszellen“) aus Sokalitplatten. Die Platten sind im Vergleich zu Asbestzementplatten dicker und weicher und daher nicht so beständig. In Leichtbauplatten ist Asbest nur schwach gebunden. Sind die Platten beschädigt, können sehr leicht Asbestfasern in hohen Konzentrationen frei werden.

Flexplatten-Bodenbelag. Diese quadratischen PVC-Fliesen wurden in vielen Farben von 1940 bis in die 60er Jahre verlegt, meist im Format 25 x 25 oder 30 x 30 Zentimeter. Die Platten sind wenig flexibel und zerbrechen beim Biegen leicht mit einem deutlich hörbaren „Knack“. Die Asbestfasern sind normalerweise fest von PVC umschlossen. Mit zunehmendem Alter werden sie aber immer spröder und brüchiger und lösen sich vom Boden. Dann setzen sie sehr leicht Fasern frei. Auch Kleber können Asbest enthalten. In unseren Analysen waren bislang nur schwarze Kleber belastet.

Cushion-Vinyl-Bodenbelag. Diese PVC-Bahnen mit aufgedruckter Musterung wie Fliesenmuster wurden bis in die 80er Jahre in vielen Wohnungen verlegt, zum Teil auch als Wandbelag. Während die Oberseite wie ein PVC-Boden aussieht, verbirgt sich auf der Rückseite eine dünne, weißlich-graue „Pappschicht“, die zu fast 100 Prozent aus Asbest besteht. Ist der Fußbodenbelag intakt, die Oberfläche unbeschädigt und sind die Fugen geschlossen, besteht keine Gefahr. Beschädigte Cushion-Vinylböden geben aber sehr leicht und in hohen Konzentrationen Asbest an die Raumluft ab.

Hitzeschutz. Unter Fensterbrettern und hinter Heizkörperverkleidungen können sich asbesthaltige Pappen befinden, zum Teil aufgeklebt, zum Teil lose befestigt. Auch hinter Öfen und Heizungen oder in Kochnischen sind früher hitzebeständige Asbest­pappen befestigt worden. Vorsicht: Mitunter kommen sie erst beim Abreißen alter Tapete zum Vorschein. Haartrockner, Heizlüfter, Bügeleisen und Toaster enthielten bis 1983 zum Teil Asbest als Isolationsmaterial. Außerdem kam Asbest als Hitzeschutz in Küchenherden, Backöfen und Rohrummantelungen sowie als Dichtungsschnüre in alten Ofentüren zum Einsatz.

Elektro-Speicherheizgeräte. Alte Nachtspeicherheizgeräte können asbesthaltige Tei­le enthalten. Allerdings kommen sie für eine Analyse nicht infrage, da Laien solche Geräte nicht öffnen dürfen. Die meisten deutschen Hersteller haben ihre Heizungen zwischen 1971 und 1976 asbestfrei gemacht. Das Typenschild sorgt für Klarheit: Entweder beim Hersteller fragen oder nachsehen unter www.bbmheizung.de.

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