Sanierung: Nur mit Sachkundenachweis

Analysieren. Erweist sich eine Probe in der Analyse als as­best­haltig, muss früher oder später gehandelt werden. Asbesthaltiges Material sollte aus dem Wohnumfeld entfernt werden. Blumenkästen aus Asbestzement kann man selbst staubdicht in Kunststoffbeuteln verschlossen zur Annahmestelle für Problemstoffe bringen. Umfangreiche Asbestsanierungen von Fußböden, Innenausbauten, Fassaden oder Dächern gehören jedoch in die Hände von Spezialfirmen.

Versiegeln. Weisen Produkte aus Asbestzement in Innenräumen unbeschichtete Stellen auf, sollten Sie diese ohne Vorbehandlung mit geeigneten Mitteln wie Tiefgrund und Lack oder speziellen Beschichtungsmitteln direkt versiegeln. Ein Vorbehandeln des Untergrunds durch Reinigen und Schleifen ist nicht gestattet, da hierbei as­best­haltiger Staub freigesetzt wird. Gleiches gilt für Dächer und Fassaden aus Asbestzement. Sind nur einzelne Platten beschädigt, muss nicht gleich das gesamte Dach oder die ganze Fassade erneuert werden. Es ist möglich, einzelne Platten durch asbestfreie Produkte austauschen zu lassen.

Ersetzen. Ein asbesthaltiger Fußbodenbelag muss je nach Ausmaß der Schäden kurz- oder mittelfristig durch einen asbestfreien ersetzt werden. Eventuell kann der alte Boden auch mit einer Ausgleichsmasse abgedichtet werden, auf die ein neuer Fußboden verlegt wird. Vorsicht bei Cu­shion-Vinyl: Werden diese Beläge, die oft fest mit dem Boden verklebt sind, in Unkenntnis der Asbestgefahr her­ausgerissen, kann die Raumluft mit einigen Millionen Fasern pro Kubikmeter belastet werden. Eine noch schlimmere Belastung droht, wenn ein mit Asbestpappresten be­hafteter Dielenboden abgeschliffen werden soll.

Nachweisen. Arbeiten an asbesthal­tigen Materialien dürfen nur Firmen ausführen, die den Sachkundenachweis gemäß TRGS 519 (Technische Regeln für Gefahrstoffe; Asbest-, Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten), Anlage 3 (speziell für Arbeiten mit leicht gebundenem Asbest), haben. Wer von derartigen Arbeiten betroffen ist – egal ob als Nachbar, Mieter oder Auftraggeber – sollte sich diesen Nachweis von den Handwerkern zeigen lassen. Auftraggeber sollten vertraglich festhalten, dass die Arbeiten und die Entsorgung gemäß TRGS 519 erfolgen, um sich vor eventuellen Schäden, Schadenersatzklagen und strafrechtlicher Verfolgung wegen eines Umweltvergehens abzusichern.

Informieren. Auskünfte über sach­kundige Firmen erteilen die zuständigen Gewerbeaufsichtsämter sowie der Fachverband für Gefahrstoffdemontage und Entsorgungstechnik (www.gefahrstoffsanierung-entsorgung.de) und der Fachverband Schadstoffsanierung (www.sanierungsfachbetrieb.de).

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