Am 17. Dezember 1999 passierte die Gesundheitsrefom 2000 den Bundesrat als Torso. Hier die wichtigsten Punkte des Pakets.

Hausarzt.

Für die Hausärzte (Allgemeinmediziner, hausärztlich tätige Internisten) ist ein eigener Honorartopf vorgesehen. Bestimmte ärztliche Leistungen dürfen nur noch von ihnen gemacht werden. Kassen können ihren Versicherten einen finanziellen Anreiz bieten, wenn ein Hausarzt ihre Behandlung koordiniert.

Patientenrechte.

Unabhängige Einrichtungen der Patientenberatung werden im Rahmen von Modellvorhaben mit 10 Millionen Mark von den Krankenkassen pro Jahr gefördert.

Prävention.

Kassen dürfen wieder Geld für Vorsorgemaßnahmen (zum Beispiel Ernährungsberatung, Gesundheitssport, autogenes Training) ausgeben. Maximal sind ihnen für diese Posten durchschnittlich 5 Mark pro Versicherten im Jahr erlaubt.

Zahnarzt.

Gruppenprophylaktische Maßnahmen in der Zahnmedizin zum Beispiel in Schulen sind für Risikogruppen auch über das zwölfte Lebensjahr hinaus möglich.

Selbsthilfe.

Selbsthilfegruppen werden erstmals von den Krankenkassen mit einem Förderbeitrag von insgesamt maximal 1 Mark pro Versicherten und Kalenderjahr unterstützt.

Kuren.

Patienten müssen für Kuren weniger zuzahlen: 17 Mark pro Tag in den alten und 14 Mark in den neuen Bundesländern statt bisher 25 Mark. Das entspricht den Zuzahlungen im Krankenhaus. Die strenge Kurbegrenzung auf drei Wochen wird gelockert. Stattdessen gibt es eine indikationsabhängige Dauer.

Transparenz.

Zum 1. Januar 2003 wird ein einheitliches Preissystem für Krankenhäuser eingeführt. Bundesweit gibt es dann für alle stationären Behandlungen gleiche Pauschalen. Das Nebeneinander von Fallpauschalen, Sonderentgelten, Abteilungs- und Basispflegesätzen wird abgeschafft. Das Preissystem soll Leistungen transparenter machen und den Krankenkassen die Budgetverhandlungen erleichtern.

Krankenkassenbeiträge.

Neue Zuzahlungen für gesetzlich Versicherte sind nicht vorgesehen. Die Ausgaben in der Krankenversicherung dürfen weiterhin nur um die Lohnzuwächse steigen. Von dieser Begrenzung kann bei Gefährdung der notwendigen medizinischen Versorgung abgewichen werden.

Soziotherapie.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für einen Soziotherapeuten, der psychisch Kranken bei der Inanspruchnahme von ärztlichen Leistungen zur Seite steht, wenn dadurch ein Krankenhausaufenthalt vermieden wird.

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