Versäumt ein Patient unentschuldigt einen vereinbarten umfangreichen Behandlungstermin, so darf der Arzt sich die dadurch entstandenen Verluste ersetzen lassen. Das entschied das Amtsgericht Tettnang (Az. 7 C 719/98). Patienten müssten den Termin absagen, wenn sie ihn nicht wahrnehmen können oder wollen.

Eine Patientin war nicht zum vereinbarten Entfernen eines Weisheitszahns erschienen. Auch später nannte sie keine vernünftige Entschuldigung für ihr Fernbleiben. Sie muss nun das Arzthonorar abzüglich der durch den Ausfall eingesparten Kosten ersetzen.

Mit seiner Begründung machte das Amtsgericht aber auch klar, dass ein unverschuldeter Terminausfall folgenlos bleibt. Es entschied damit ähnlich wie das Landgericht Hannover, das ein Jahr zuvor deutlich gemacht hatte, dass Ärzte bei Terminausfällen nur ausnahmsweise Schadenersatz oder eine Vergütung verlangen dürften (Az. 19 S 34/97).

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