„Unter­schreiben Sie sofort, dass Sie mit der Operation einverstanden sind, sonst werden Sie zum Pflegefall.“ Wenn ein Kranken­haus­arzt eine Patientin entgegen ihrer Bedenken zu einem Eingriff drängt, hat sie später Anspruch auf Schaden­ersatz und Schmerzens­geld, wenn etwas schief­geht.

Die Einwilligung der Patientin war unwirk­sam, urteilte das Ober­landes­gericht Köln im Fall einer Frau, die nach der operativen Versorgung eines Oberschenkelhals­bruchs dauer­haft Schmerzen hat und nur an Krücken gehen kann. Sie war sehr skeptisch, ob eine Operation richtig sei und hätte es lieber mit einer konservativen Behand­lung versucht. Doch diese Möglich­keit sei im Aufklärungs­gespräch nicht angesprochen worden, auch eine Bedenk­zeit wurde ihr nicht gelassen.

Das Kranken­haus muss ihr 10 000 Euro Schmerzens­geld zahlen sowie für alle künftigen Folgen der miss­lungenen OP aufkommen (OLG Köln, Az. 5 U 29/17).

Tipp: Wie Sie bei Behand­lungs- und Pflege­fehlern erfolg­reich gegen Ärzte vorgehen, erläutert unser Ratgeber Ihr Recht bei Ärztepfusch.

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