Eine Haus­ärztin muss wohl Schaden­ersatz zahlen, weil sie den Brief eines Fach­arztes nicht weitergeleitet hatte. Das entschied der Bundes­gerichts­hof (BGH) (Az. VI ZR 285/17). Die Ärztin hatte einen Mann wegen Schmerzen im Bein an einen Fach­arzt über­wiesen. Dieser stellte einen Tumor fest, den Neurochirurgen entfernten. Sie hielten die Geschwulst erst für gutartig. Der Laborbefund zeigte allerdings: Sie ist bösartig. „Wir bitten, den Patienten in einem onkologischen Spezialzentrum vorzustellen“, schrieb die Klinik an die Haus­ärztin. Von dem Brief erfuhr der Patient erst, als er mehr als ein Jahr später erneut zur Ärztin kam. Den Brief nicht weiterzuleiten, sei ein grober Behand­lungs­fehler, urteilte der BGH. Das Ober­landes­gericht Düssel­dorf muss jetzt klären, ob und welcher Schaden dem Mann durch die Verzögerung der Krebs­behand­lung entstanden ist.

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