Der Bundesgerichtshof (BGH) stellte klar, dass die Frage, wer was im im Arzthaftungsprozessen beweisen muß, patientenfreundlich gehandhabt werden soll. So hat unter bestimmten Voraussetzungen nicht der klagende Patient, sondern der Mediziner Ursachenzusammenhänge bei Behandlungsfehlern zu beweisen. Beispiel: Wenn zwar klar ist, dass dem Arzt ein grober Behandlungsfehler unterlaufen ist, aber offen bleibt, ob dies die Ursache für den Gesundheitsschaden des Patienten war, muss er Beweise zu seiner Entlastung vorlegen. Er muss also nachweisen, dass der Behandlungsfehler nicht zum Gesundheitsschaden geführt hat - was schwer ist. Die Beweislast trifft ihn auch dann, wenn es unwahrscheinlich ist, dass sein Fehler die Beschwerden verursacht hat. Im entschieden Fall ging es um eine Frau, bei der ein Arzt nach einem Motorradunfall verschiedene Brüche diagnostizierte. Dabei wurde eine Beckenringfraktur übersehen, die nicht richtig ausheilte (Az VI ZR 34/03).

Dieser Artikel ist hilfreich. 197 Nutzer finden das hilfreich.