Arzneimittelrückstände Meldung

Medikamente müssen über Apotheken entsorgt werden. Sie gehören nicht in den Hausmüll und auch nicht in die Toilette. Das Ludwig Boltzmann Institut in Wien hat jetzt darauf hingewiesen, dass in Kläranlagen, Seen, Flüssen und Bächen zunehmend Arzneistoffe nachzuweisen sind. Sie gelangen zwar hauptsächlich durch menschliche Ausscheidungen in den Wasserkreislauf, aber unsachgemäßes Entsorgen verschärft die Situation. Nachzuweisen sind bereits rund 40 Arzneistoffe – die Spitze des Eisbergs, da für die meisten Wirkstoffe Analysemethoden fehlen.

Die menschliche Gesundheit sei durch die Kontamination des Wassers mit Arzneirückständen in geringer Konzentration nicht unmittelbar gefährdet, dafür aber andere Lebewesen. Nachgewiesen sei, dass der Schmerzwirkstoff Diclofenac bei Regenbogenforellen Schäden verursacht.

Umweltauswirkungen schreibt man insbesondere Antibiotika, Psychopharmaka, Zytostatika und Arzneimitteln mit hormoneller Wirkung zu. Für Menschen können Medikamentenrückstände im Wasser gefährlich werden, wenn sie wirkungsvolle Konzentrationen erreichen. Auch Resistenzen zum Beispiel bei Antibiotika sind denkbar. In Schweden wird ein Index zur Umweltverträglichkeit von Medikamenten entwickelt – er wäre ein zusätzliches Bewertungskriterium, wenn umweltschonende Alternativen möglich sind.

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