Arzneimittelmarkt Meldung

Billiger oder nicht? Den Arzt fragen, Internet nutzen.

Tausende von Medikamenten sind preiswerter geworden, häufig zuzahlungsfrei. Weiterhin attraktiv: Billige Nachahmerpräparate.

Preiskampf. Auf dem deutschen Arzneimittelmarkt sind die Preise ins Rutschen geraten, nachdem die von gesetzlichen Krankenkassen erstatteten Festbeträge für mehr als 2100 Medikamente gesenkt wurden oder ganz entfallen sind. Ursache ist das Arzneimittel-Wirtschaftlichkeitsgesetz. Danach müssen Patienten seit 1. Juli nichts mehr zuzahlen, wenn ihnen Medikamente verschrieben werden, deren Preise mindestens 30 Prozent unter den von den Kassen bestimmten Festbeträgen liegen. Überwiegend Generika sind von der Zuzahlung komplett befreit.

Beispiel: 100 Filmtabletten Gabapentin-CT 600 mg kosten 89,11 Euro. Die Rezeptgebühr entfällt bei dem Präparat zur Behandlung der Epilepsie und neuropathischer Schmerzen. Die Einsparung für Patienten beträgt 8,91 Euro. Bei den meisten Mitteln liegt die Einsparung bei rund 5 Euro.

Zur Erinnerung: Kassen erstatten für viele Medikamente nur einen Höchstbetrag, den Festbetrag. Die Differenz zwischen Festbetrag und Medikamentenpreis, die Festbetragsdifferenz, muss der Patient bezahlen – zusätzlich zur gesetzlichen Zuzahlung. Die Festbetragsdifferenz betrifft alle gesetzlich Versicherten, auch bei Zuzahlungsbefreiung.

Beispiel: Mindern Pharmahersteller die Differenzen nicht durch Preissenkungen, kann eine höhere Eigenbeteiligung fällig werden. Beispiel: Ein Mittel kostet 402 Euro, das bis zum 1. Juli erstattet wurde (Zuzahlung 10 Euro). Zum 1. Juli wurden 388 Euro als Festpreis festgelegt. Nun würde der Patient 24 Euro zahlen: 14 Euro Festbe­tragsdifferenz plus 10 Euro.

Tipp: Arzt nach Ersatzpräparat ohne oder mit geringerer Festbetragsdifferenz fragen. Die Liste zuzahlungsfreier Mittel im Internet: www.aponet.de oder www.gkv.info.

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