Arzneimittel Meldung

Hinter gleichen Markennamen stehen oft verschiedene Rezepturen.

So manch Pharmahersteller gibt seinen Arzneimitteln Namen, die Patienten in die Irre leiten, kritisiert das Fachblatt „arznei-telegramm“ (a-t). Beispiel Wick Daymed: Das Präparat gibt es als Kapseln und als Granulat – mit gegensätzlich wirkenden Bestandteilen. So enthalten die Kapseln unter anderem den Hustenstiller Dextromethorphan, das Granulat den Schleimlöser Guaifenesin. Dennoch hat Wick Produktnamen gewählt, die sich nur durch einen Hinweis auf die Darreichungsform unterscheiden: Wick Daymed Erkältungs-Getränk und Wick Daymed Erkältungs-Kapseln. Auf beiden Verpackungen findet sich der Hinweis „Wirkt gegen Beschwerden bei grippalen Infekten und Erkältungen“ und bei „Husten“.

Patienten gehen „fälschlich davon aus, dass beide Produkte gleichartig wirken“, stellt ein Apotheker in einem Leserbrief fest. a-t kommentiert die Situation so: „Warenzeichen sind wie Milchkühe, denen ein maximaler Ertrag abverlangt wird. Mit der Spreizung (,Stretching') eines eingeführten Namens wird versucht, eine Reihe von Produkten auf den Markt zu bringen, die von dem etablierten Markennamen profitieren sollen. Bei Kosmetika mag das angehen, bei Arzneimitteln bleibt ein Eckpfeiler der Arzneimittelsicherheit auf der Strecke.“ Selbst wenn bei Serien wie Stas einzelne Präparate durch Namenszusätze spezifiziert würden (wie Stas Hustenlöser oder Stas Hustenstiller), bleibe oft nur der Basisname im Gedächtnis.

Tipp: In der Apotheke nachfragen, sich unter www.medikamente-im-test.de oder im Handbuch Medikamente der Stiftung Warentest informieren.

Dieser Artikel ist hilfreich. 516 Nutzer finden das hilfreich.