Für Patienten, bei denen die drei großen Herzkranzarterien verengt sind, ist eine Bypassoperation sinnvoller als die Versorgung mit einer Gefäßstütze (Stent). Das zeigte sich in einer Studie, an der in Europa und den USA 1 800 Patienten teilnahmen. Jeweils die Hälfte der Koronarpatienten wurde operiert oder erhielt nach Aufweitung der Engstelle einen Stent. Die Studie sollte beweisen, dass die Behandlungsmethoden gleichwertig sind. Ein Jahr nach dem Eingriff zeigte sich, dass Patienten mit Stent häufiger einen Herzinfarkt erlitten als Teilnehmer der Bypass-Gruppe. Außerdem bildeten sich in den Arterien mit Stents schneller neue Ablagerungen und Verengungen, obwohl eine Arzneimittelbeschichtung das verhindern sollte. Das Schlaganfallrisiko war in der Stent-Gruppe aber niedriger als bei Patienten mit Bypass. Deutsche Herzchirurgen sehen ihre Therapieempfehlungen bestätigt: Bei Verengungen oder Verschlüssen aller großen Koronar­arterien empfehlen sie eine Bypassoperation. Wenn nur ein oder zwei Herzkranzgefäße verstopft sind, kann ein Stent die bessere Lösung sein.

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