Armbanduhren mit Digitalkamera oder MP3-Player Meldung

Preis: etwa 600 Mark.

Eine Digitalkamera in der Armbanduhr? Klingt verdächtig nach James Bond, kann jetzt aber jeder kaufen. Und auch den MP3-Player gibt es neuerdings fürs Handgelenk.

Die japanische Elektronikfirma Casio ist bekannt für ihre extravaganten Armbanduhren. So erlangte die "G-Shock" fast schon Kultstatus, und bei der Entwicklung neuer Spezialprodukte ist der Konzern ohnehin am Puls der Zeit. Schon vor Jahren präsentierte er eine Uhr mit lernfähiger Fernbedienung. Nun werden sogar Audio- und Videogeräte auf Handgelenkformat geschrumpft. Genial oder Gimmick? Wir haben die wandlungsfähigen Zeitmesser in Labor und Praxis geprüft.

Kamera: Nette Spielerei

Armbanduhren mit Digitalkamera oder MP3-Player Meldung

Preis: etwa 400 Mark.
Anbieter:
Casio Computer
Bornbarch 10
22848 Norderstedt
Tel. 0 40/52 86 50
Fax 0 40/52 86 51 00
www.casio.de

Im Fall der Handgelenk-Kamera fällt die Einschätzung leicht: Sie ist nicht mehr als eine nette Spielerei. Auf den ersten Blick könnte ein digitaler Fotoapparat, den man ständig bei sich trägt, ausgesprochen nützlich sein. Schließlich tauchen oft genug überraschende Fotomotive auf. Mit der Mehrzweckuhr kann man sie festhalten und zu Hause in den Computer übertragen. Das Kameraobjektiv sitzt an der Oberseite der Casio, während das Zeitanzeigefenster als Monitor dient. Der 100 Bilder fassende Speicher ist mit einem Megabyte (MB) groß genug, die Bedienung vergleichsweise einfach. Sehr praktisch, dass man die gespeicherten Fotos jederzeit auf dem Anzeigefeld darstellen und auch ohne nennenswerte Verzögerung "durchblättern" kann.

Nur: Was hat man von einer Schwarzweiß-Aufnahme mit bescheidener Bildqualität? Auf dem kaum briefmarkengroßen Uhrdisplay wirken die Fotos noch ganz ansehnlich, aber jedes Hochzoomen geht zulasten der Schärfe: Bei dreifacher Vergrößerung hat man noch immer absolutes Miniformat und dennoch mäßige Qualität. Angesichts einer Auflösung von nur 120 mal 120 Bildpunkten (Pixeln) ist das kein Wunder. Die fehlende Farbe lässt sich notfalls verschmerzen, die schlechte Bildqualität aber nicht. Schon gar nicht bei einem etwa 400 Mark teuren Produkt.

MP3-Player: Gute Ansätze

Armbanduhren mit Digitalkamera oder MP3-Player Meldung

Auch der handgelenktaugliche MP3-Player kann im Preis-Leistungs-Verhältnis kaum mit einem großen Gerät seiner Art konkurrieren. Doch im Gegensatz zur Kamera liefert er akzeptable Qualität. Selbst über den mitgelieferten Stöpselhörer ist der Klang in Ordnung und unterscheidet sich nicht grundlegend vom üblichen MP3-Niveau.

Die Platzierung am Handgelenk ist durchaus vorteilhaft und gewährleistet große Bewegungsfreiheit: So gut zugänglich wünschte man sich jedes Audio-Portable. Doch so winzig der Player für MP3-Verhältnisse auch ist, so sperrig wirkt er im Vergleich zu normalen Armbanduhren. Beim Überstreifen einer eng anliegenden Jacke ist er bereits sehr hinderlich. Auch die Anordnung der wichtigsten Funktionstasten halten wir für ungünstig. Außerdem haben sie einen schlechten Druckpunkt.

Um überhaupt Musik wiedergeben zu können, muss man zunächst MP3-Dateien an die Uhr übertragen. Dazu wird die mitgelieferte Dockingstation über den USB-Anschluss mit einem PC verbunden. Dann dauert es etwa zwölf Minuten, bis der Speicher des Players vollständig mit Musik gefüllt ist. Die MP3- Dateien muss man vorher erstellen oder direkt aus dem Internet ziehen. Aber Vorsicht: Das Herunterladen von Raubkopien ist illegal! Eine Software zum Umwandeln von CD-Titeln in MP3-Musik wird leider nicht mitgeliefert.

Der größte Nachteil ist indes die begrenzte Speicherkapazität: Auf den 32-MB-Speicherbaustein passen bei üblicher Datenrate (96 bis 128 Kilobit pro Sekunde) nur etwa 30 bis 45 Minuten Musik. Eine Erweiterung oder ein Austausch des Speichers wie bei anderen MP3-Playern ist hier nicht möglich. Wer will aber, wenn er längere Zeit unterwegs ist, ständig den gleichen Songs lauschen? Da hilft es wenig, dass der Handgelenkplayer sogar mehr Wiedergabefunktionen bietet als so manches "große" MP3-Modell.

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