Argentinien-Anleihen Meldung

Die Argentinier springen rüde mit privaten Gläubigern um.

Die Rindvieh-Republik Argentinien springt weiter rüde mit ihren Geldgebern um: Das Land will nur rund 30 Prozent des Geldes zurückzahlen, das es privaten Anlegern schuldet. Ob Anleger das Angebot annehmen sollten, ist umstritten. In dem 364 ­Seiten starken Umtauschangebot ( www.hvb.de) sind zahlreiche Risiken genannt.

Unverblümt kündigt die Regierung in Buenos Aires an, dass sie sich weiterhin keinerlei Zahlungsverpflichtungen unterwirft. Im Gegenteil: Wer tauscht, verliert fast alle Rechte, einschließlich des Rechts zu klagen. Wer nicht tauscht, bekommt aller Voraussicht nach weiterhin kein Geld.

Das aktuelle Angebot für 150 verschiedene argentinische Staatsanleihen mit einem Nennwert von 82 Milliarden Dollar (63 Mil­liarden Euro) sieht einen Tausch in neue ­Anleihen vor, die teilweise über 30 Jahre laufen und niedriger verzinst werden. Die An­leger verlieren zusätzlich Milliarden aufge­laufener Zinsen. Der Staat Argentinien bezahlt seine Schulden seit 2001 nicht mehr.

Die meisten Betroffenen in Deutschland sind in der Abra (Argentine Bond Restructuring Agency) organisiert, einer Initiative der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Hypovereinsbank. Sie rät den Anlegern, das Angebot zurzeit nicht anzunehmen. Auch die italienische Interessenvertretung „Task Force Argentina“ weist das Angebot zurück und legt den rund 430 000 Gläubigern in Italien ­nahe, nicht zu tauschen.

Argentinien setzt seinen Gläubigern die Pistole auf die Brust. Das Angebot gilt nur bis zum 25. Februar. Das Land behält sich aber vor, diese Frist nach Belieben zu verlängern oder zu verkürzen.

Es gibt auch Stimmen, die davor warnen, das Angebot Argentiniens auszuschlagen. ­So weist ein Analyst der Fondsgesellschaft DWS auf die Risiken dieser Strategie hin. „Argentinien hat sich in der Vergangenheit als ­äußerst unzuverlässiger Partner erwiesen“, heißt es bei der Fondsgesellschaft DWS. „Es ist zu erwarten, dass das Land die nicht ­eingetauschten Anleihen auf Jahre ­hinaus überhaupt nicht mehr bedient.“

Tipp: Anleger müssen letztlich selbst ­entscheiden, ob sie tauschen oder nicht. Wer einen Schlussstrich ziehen will, kann versuchen, seine Bestände an der Börse zu verkaufen. Seine Offerte sollte er aber mit einem Preislimit versehen.

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