Können Arbeitnehmer bei Ihrem Chef nur einge­schränkt einen Arbeits­platz nutzen und bestimmte Arbeiten nur in ihrem häuslichen Arbeits­zimmer zuhause erledigen, dürfen sie bis zu 1 250 Euro im Jahr absetzen. Das ist so, weil sie auf den Arbeits­raum daheim konkret angewiesen sind, stellte der Bundes­finanzhof in zwei Fällen klar.

Pool­arbeits­platz: Betriebs­prüfer darf absetzen

Ein Betriebs­prüfer, der sich mit sieben Kollegen drei Arbeits­plätze teilte, kann bis zu 1 250 Euro im Jahr für sein Arbeits­zimmer daheim absetzen. Entscheidend ist, dass die drei Plätze für die Prüfer nicht ausreichen, um ihre Innen­dienst­arbeiten zu erledigen – auch wenn sie häufig im Außen­dienst sind. Eine zeitliche Abstimmung auf einen freien Schreibtisch war nicht möglich (Az. VI R 37/13).

Tele­arbeits­platz: Ober­regierungs­rat geht leer aus

Finanziert der Chef einen Tele­arbeits­platz zuhause, zählt das Arbeits­zimmer nicht auto­matisch für die Steuer. Auch nicht, wenn der Chef mit seinem Mitarbeiter vereinbart hat, an bestimmten Tagen dort zu arbeiten. Deshalb ging ein Ober­regierungs­rat leer aus. Denn er konnte jeder­zeit – ohne Einschränkung – seinen dienst­lichen Arbeits­platz nutzen, auch wenn er montags und frei­tags daheim arbeiten sollte (Az. VI R 40/12).

Tipp: Unterlagen fürs Finanz­amt

Dokumentieren Sie fürs Finanz­amt konkret, dass Sie wegen Ihrer Arbeit auf Ihr Arbeits­zimmer zuhause angewiesen sind. Hat Ihr Chef Sie aus räumlichen oder organisatorischen Gründen dazu aufgefordert, daheim zu arbeiten? Dann heben Sie den Schrift­verkehr auf. Ist der Heim­arbeits­platz Mittel­punkt Ihrer gesamten beruflichen Tätig­keit, zählen sogar die Büro­kosten wie für anteilige Miete und Reno­vierung unbe­grenzt und nicht nur maximal 1 250 Euro im Jahr.

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