Arbeitszimmer Meldung

Lehrer, Richter und viele andere, die zuhause ein Arbeits­zimmer haben, können vorläufig wieder Steuern sparen.

Kehrtwende. Für Berufstätige, die bisher vergeblich bis zu 1 250 Euro für ihr Arbeitszimmer in der Wohnung absetzen wollten, hat sich das Blatt gewendet. Das Finanzamt muss bis zu einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ihre Raumkosten berücksichtigen. Das hat das Bundesfinanzministerium Anfang Oktober mitgeteilt (Gz. IV A 3 – S 0623/09/10001).

Berufsgruppen. Das Schreiben betrifft einerseits Menschen, die wie viele Richter und Professoren über 50 Prozent ihrer Arbeit zuhause erledigen. Es hilft aber auch Lehrern, die nur zuhause einen Arbeitsplatz haben.

Möglichkeiten. Sie alle können mit einem Antrag auf Lohnsteuerermäßigung einen Freibetrag auf der Steuerkarte erhalten oder ihre Einkommensteuer-Vorauszahlungen verringern lassen. Der Abzug der Arbeitszimmerkosten ist außerdem in allen offenen Steuerbescheiden bis ins Jahr 2007 zurück möglich. Seit 2008 bleiben Bescheide im Punkt Arbeitszimmer automatisch offen.

Einspruch. Die beantragte Steuer­ersparnis wird zwar weiterhin zunächst abgelehnt. Wer Einspruch einlegt und einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung stellt, erhält sie dann aber.

Tipp: Nehmen Sie unseren Musterbrief als Formulierungshilfe. Prüfen Sie aber, ob Sie die vorläufige Steuerersparnis wirklich wollen. Sie müssen das Geld samt 0,5 Prozent Zinsen im Monat zurückzahlen, wenn die Richter urteilen, dass Sie keine Arbeitszimmerkosten absetzen können. Sie können Ihre Kosten auch einfach in der Steuererklärung angeben und abwarten. Bringt Ihnen die Rechtsprechung rückwirkend Steuerersparnisse, muss das Finanzamt diese 15 Monate nach dem Steuerjahr mit 0,5 Prozent verzinsen.

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