Arbeitszimmer Meldung

Wer ein Arbeitszimmer daheim beruflich nutzt, sollte sich nicht verunsichern lassen und seine Kosten abrechnen.

Ausgangslage. Die Ausgaben für das heimische Arbeitszimmer hakt das Finanzamt ab, wenn es Mittelpunkt der gesamten Arbeit ist. Streit gibt es oft, wenn jemand teilweise im Außendienst arbeitet.

Erfolg. Ein Prüfer der Deutschen Rentenversicherung hat sich erfolgreich vor dem Finanzgericht Niedersachsen dagegen gewehrt, dass das Finanzamt die Kosten für sein Arbeitszimmer ablehnte. Der Mann konnte überzeu­gend darlegen, dass er zwar auch im Außendienst vor Ort prüft, aber überwiegend zuhause Prüfaufträge erledigt. Weil beide Arbeiten inhaltlich gleichwertig sind, nahmen die Finanzrichter ausnahmsweise als Richtschnur seine Arbeitszeit. Da der Mann mehr Zeit zuhause arbeitet, kann er nun die vollen Kosten für sein Arbeitszimmer absetzen (Az. 11 K 98/08).

Musterprozess. Weiter streiten muss eine Arbeitsmedizinerin. Sie besucht Betriebe, erstellt aber zuhause betriebsärztliche Empfehlungen. Ob das der inhaltliche Schwerpunkt ihrer Arbeit ist, muss der Bundesfinanzhof (BFH) entscheiden (Az. VIII R 8/10). Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz lehnte ab (Az. 2 K 1396/07).

Chance. Typische Außendienstler, die ihren Arbeitsraum nur zur Vor- oder Nacharbeit benötigen, müssen dagegen abwarten. Denn das Bundesverfassungs­gericht muss erst entscheiden, ob es den Abzug wieder geben muss (Az. 2 BvL 13/09).

Tipp: Lehnt das Finanzamt ab, obwohl Ihr Schwerpunkt zuhause ist, legen Sie Einspruch ein und beantragen bis zum BFH-Urteil (siehe „Musterprozess“) Ruhen des Verfahrens.

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