Arbeits­zimmer Meldung

Erhöht der Umbau des Bades die Steuerersparnis fürs Arbeits­zimmer?

Ein Kläger will anteilig Umbau­kosten des Bads für das Arbeits­zimmer im Haus absetzen. Der Fall liegt nun beim Bundes­finanzhof (BFH). test.de erklärt, wie Sie vorgehen müssen, um gegebenenfalls vom BFH-Prozess zu profitieren.

Behindertengerechter Umbau des Bads steigert Wert des ganzen Hauses

Den ersten Erfolg hat ein Steuerberater erzielt: Das Finanz­amt muss anteilig Kosten für die Modernisierung seines Bads als Betriebs­ausgaben für das Arbeits­zimmer im Haus berück­sichtigen. So hat das Finanzge­richt Münster entschieden und 2 404 Euro mehr anerkannt als das Finanz­amt. Der Umbau, bei dem die Eheleute das Bad vorsorglich fürs Alter behindertengerecht machen ließen, sei so massiv, dass er den Wert des ganzen Hauses erhöhe. Jetzt liegt der Fall beim Bundes­finanzhof (BFH, Az. VIII R 16/15).

Inner­halb eines Monats Einspruch einlegen

Wer betroffen ist, erhebt binnen eines Monats Einspruch gegen den Steuer­bescheid, gibt seine Umbau­kosten an und beruft sich auf den Prozess beim BFH. Er beantragt das Ruhen des Verfahrens nach Paragraf 363 Absatz 2 der Abgaben­ordnung.

Der konkrete Fall

Der Kläger beim BFH hat sein Arbeits­zimmer in dem Haus, in dem er mit seiner Frau wohnt. Der Raum umfasst 8,43 Prozent der gesamten Wohn­fläche. Das Finanzge­richt hat nach dem Umbau die gesamten Ausgaben für das Gebäude mit 52 198 Euro fest­gesetzt. Dazu zählen neben den Umbau­kosten, Abschreibung, Neben- und Garten­kosten. Für das Arbeits­zimmer hat es 4 092 Euro (8,43 Prozent) als Betriebs­ausgaben anerkannt – 2 404 Euro mehr als das Finanz­amt. Der Steuerberater kann die Kosten für sein Arbeits­zimmer voll absetzen, weil dort der Mittel­punkt seiner beruflichen Tätig­keit liegt.

Auch Arbeitnehmer können unter Umständen profitieren

Höchs­tens 1 250 Euro im Jahr dürfen dagegen Arbeitnehmer und Selbst­ständige als Werbungs­kosten oder Betriebs­ausgaben für Arbeits­zimmer absetzen, die wie Lehrer für bestimmte Tätig­keiten woanders keinen Arbeits­platz haben. Ist das Limit nicht durch Posten wie Betriebs­kosten, Miete oder Abschreibungen ausgeschöpft, legen auch sie Einspruch ein und geben Umbau­kosten für ihr Bad an.

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