Arbeitszimmer Meldung

Arbeitszimmer können nun wieder steuerlich abgesetzt werden. Das hilft vor allem Lehrern und Außendienstlern.

Verfassungswidrig

Wer zuhause ein Arbeitszimmer nutzt, hat jetzt wieder bessere Aussichten auf eine Steuererstattung. Die seit 2007 gültige Regelung ist teilweise verfassungswidrig, urteilte das Bundesverfassungsgericht (Az. 2 BvL 13/09). Vor allem Berufstätige, die ihr Arbeitszimmer brauchen, weil sie in der Firma keinen nutzbaren Arbeitsplatz haben, können nun ihre Kosten wieder ansetzen.

Rückwirkend

Das geht auch rückwirkend. Wo Steuerzahler die Kosten in ihrer Steuererklärung aufgeführt haben, damit beim Finanzamt aber nicht durchkamen, steht oft ein Vorläufigkeitsvermerk auf dem Steuerbescheid. In diesen Fällen berücksichtigt das Finanzamt die angegebenen Kosten nun nachträglich von sich aus. Seit April 2009 sind Steuerbescheide in Sachen Arbeitszimmer ohnehin vorläufig, sodass die Ausgaben jetzt noch nachgemeldet werden können. Wenn aber dieser Vermerk fehlt, hilft nur ein Einspruch – allerdings nur mit einem Monat Frist nach dem Zugang des Steuerbescheids. Wer das Arbeitszimmer gar nicht erst geltend gemacht hat, kann nichts mehr machen, sobald die Frist abgelaufen ist – es sei denn, das nun erforderliche neue Gesetz räumt diese Möglichkeit ein.

Neuregelung

Der Bund muss nun ein neues Gesetz erarbeiten. Experten rechnen damit, dass die bis 2006 geltende Regelung wieder eingeführt wird: Das Arbeitszimmer wird anerkannt, wenn es den Mittelpunkt der gesamten Erwerbstätigkeit bildet. Sind es nur 50 Prozent oder mehr, können bis 1 250 Euro abgesetzt werden. Dasselbe gilt, wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Beispiel

Ein Finanzberater ist vollzeit für die Bank berufstätig, berät aber hin und wieder nach Feierabend in seinem häuslichen Arbeitszimmer auf eigene Rechnung andere Kunden. Er kann sein häusliches Arbeitszimmer nun wieder absetzen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 313 Nutzer finden das hilfreich.