Arbeitszimmer Meldung

Ein Arbeitszimmer außerhalb der Wohnung kann lukrativ sein.

Arbeitsräume unterm Dach eines Mehrfamilienhauses können für Mieter und Eigentümer große Steuervorteile haben. Solange die Dachräume nicht zur Privatwohnung im selben Haus gehören, muss das Finanzamt die Kosten voll als Werbungskosten oder Betriebsausgaben anerkennen. Es darf sie nicht auf den Höchstbetrag für häusliche Arbeitszimmer von 1 250 Euro im Jahr begrenzen – auch wenn sich der Schwerpunkt der Arbeit nicht in den Räumen unterm Dach abspielt.

Das hat der Bundesfinanzhof im Fall eines Professors entschieden, der an der Universität lehrte, an Kommentaren mitarbeitete und Bücher schrieb. Der Mann war Eigentümer eines dreigeschossigen Mehrfamilienhauses. Das Erdgeschoss bewohnte er selbst, die erste Etage hatte er vermietet und unterm Dach nutzte er eine Wohnung für seine Arbeit. Für die BFH-Richter gab es in dem Haus keine allzu große Nähe zwischen ­Privatwohnung und Arbeitsräumen. Die Lage war deshalb kein Grund, den Abzug der Ausgaben zu begrenzen (Az. VI R 39/04).

Das entspricht einem früheren Urteil des BFH, in dem der Kläger in einem Mehrfamilienhaus einen separaten Kellerraum als Arbeitszimmer ge­mietet hatte. Dafür musste das Finanzamt ebenfalls alle Kosten ­anerkennen, weil der Keller nicht zur Privatwohnung gehörte.

Tipp: Geht es wie im Fall des Professors um das eigene Mehrfamilienhaus, müssen Sie Posten wie Grundsteuern, Versicherungsbeiträge, Reparaturkosten und Hypothekenzinsen für das Haus aufteilen. Den Teil für das Arbeitszimmer setzen Sie als Werbungskosten oder Betriebsausgaben ab. Für ein 30 Quadratmeter großes Arbeitszimmer in einem Mehrfamilienhaus mit 300 Quadratmetern Wohnfläche sind es zum Beispiel 10 Prozent der Ausgaben. Können Sie dagegen Posten wie Ausgaben für die Renovierung oder die Miete dem Arbeitszimmer allein zuordnen, ­schlagen diese voll zu Buche.

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